viernes, 19 de octubre de 2018

Gruselkabinett Folge 140: "Runenzauber"



Runenzauber 

Autor: Montague Rhodes James
Label: Titania Medien
Genre: Geistergeschichte
Laufzeit: ca. 59 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5720-8

Klappentext:

London 1899: Edward Dunning hat über ein Vortrags-Exposé zum Thema „Die vielen Gesichter der Alchemie“ aus der Feder eines gewissen Mr. Karswell, der dem Vernehmen nach selbst Alchemie und okkulte Künste praktiziert, eine ungünstige Einschätzung verfasst. Dadurch hat er sich ganz offensichtlich einen sehr gefährlichen Feind gemacht…


Rezension:

Die Folge Nummer 140 aus der Reihe Gruselkabinett, "Runenzauber" kommt wieder von dem Geistermeister M.R. James, der den meisten Hörern schon aus anderen Hörspielen von Marc Gruppe bekannt sein dürfte, denn von ihm vertont hat Titania Medien bereits "Der Eschenbaum" (GK 071),
"Zimmer 13" (GK 092), "Verlorene Herzen" (GK 101), "Das Traktat Middoth" (GK 106) und in Kürze "Das unheimliche Puppenhaus" (GK 145).

Erschienen ist die Kurzgeschichte im Jahr 1911 in seinem zweiten Buch "More Ghost Stories" mit dem Originaltitel "Casting the Runes", was in der deutschen Ausgabe "Drei Monate Frist" als Titel der Kurzgeschichte trägt. Bekannt ist die Geschichte auch als filmische Adaptationen. Eine der bekanntesten dürfte da die schwarz/weiss Fassung von Jaqcues Tourneur sein, unter dem Titel "Night of the Demon" (dt: Der Fluch des Dämon) aus dem Jahr 1957 sein.

Eine tolles Hörspiel, mit vielen Sprechern und auch viele, unterschiedliche Orte, was damit auch viele unterschiedliche Aspekte mit sich bringt und nicht, wie oft aus dem Genre, mehr einem Kammerspiel ähnelt. Schöne, gruselige und schaurige Elemente, besonders die, wenn der Protagonist Dinge hört und auch wahrnimmt, die sein Gesprächsteilnehmer nicht wahrnimmt. Dieses Spiel zwischen den Gedanken, ob der Protagonist halluziniert oder doch zu ihm gesprochen wird, ist sehr gut umgesetzt, was aber bei dem Staraufgebot der Hörspiel- und Synchronsprechern nicht verwundert, denn hier geben sich nahezu alle Sprecher das Mikrofon in die Hand, die zum Ensemble von Titania Medien gehören. Ganz klar dabei ist Dagmar von Kurmin, Reinhilt Schneider, Horst Naumann, Louis Friedemann Thiele, Tom Raczko, Jean Paul Baeck, Sascha von Zambelly, Johannes Raspe und Bodo Primus als Erzähler, sowie Max Schautzer, der einen Gastauftritt hat. 
Das ist zwar gut, dass ein Hörspiel mit so vielen Handlungen und Locations, professionelle Sprecher hat, die auch alle eine fantastische Leistung zu dem Hörspiel beitragen, dass es ein wirklich tolles und gelungenes Hörspiel ist; doch jetzt kommt ein kleines 'Aber' mal von mir, denn... ja wie erkläre ich es am besten? Es sind tolle, hockarätige Sprecher... aber da diese immer wieder in den Hörspielen, besonders als Protagonisten auftreten, kommt natürlich auch eine gewisse Routine in die Aussprache so zB bei den Verwunderungen oder die ängstlich klingende Stimme, so dass sich bei mir als Hörer der Gedanke aufdrängt, dass genau die exakte Tonlage schon zwei oder drei Hörspiele bereits gab und ich mir manchmal wünsche, Marc und Stephan würden an dem Ensemble Karussell mal wieder drehen, dass nicht immer die gleichen Sprecher zu oft nacheinander in Hörspielen vorkommen, auch wenn deren Leistungen zweifelsohne sehr gut sind, aber mal vielleicht mal auch ein paar Newcomern die Chance geben, dass wieder ein ein paar neue Stimmen einfliessen lassen.

Trotz allem war ich begeistert von dem Hörspiel, hatte großen Spaß beim zuhören und die Umsetzung hat mich abgeholt und mitgenommen, mich auch, je weiter das Hörspiel lief, auch gut gegruselt hat. Anfänglich auch schmunzeln liess, wenn die feine Gesellschaft über den Mr. Karswell reden und dann ein eingespielter Rückblick kommt, wo eben jener Mr. Karsell eine Kindergruppe führt, engesprochen von Horst Naumann, diese eben mit allerlei Darbietungen aus seinem Kuriositätenkabinett die lieben Kinderlein schockiert, die er obendrein nicht ab kann, ein richtiger Kinderfeind und Misanthrop und die Kinder eben dann im Kollektiv schreien. Da diese aber mehrmals in der Szenerie gruselige Dinge gezeigt und erzählt bekommen, ist das Geschrei immer gleich. Ich fand es dennoch lustig, ebenso wie die Aussage an Reinhilt Schneider, nachfolgende Post, kann sie direkt in die 'Ablage P.' entsorgen. Mal recherchieren, ob man so 1911 im viktorianischen UK gesprochen hat... kleiner Scherz... aber das sind so die kleinen Fehler, die aber auch, wie ich finde, einen Hauch von Selbstironie geben.
Und ebenso wie bei vielen anderen Geschichten von M.R. James, hat auch "Runenzauber" ein loses Ende und kein Happy-End.

Eine richtig schöne, spannende Geistergeschichte, die alle Hörspielliebahber zum Herbst einladen, mal für eine unterhaltsame Stunde den Alltag zu vergessen.





Hörprobe: Runenzauber

Gruselkabinett Folge 141: " Der Judas-Kuss"



Der Judas-Kuss


Autor: Julian Osgood Field
Label: Titania Medien
Genre: Vampir-Horror / Gothic Novel
Laufzeit: ca. 45 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5721-5

Klappentext:

Im Jahr 1900 erfährt der englische Colonel Richard Ulick Verner Rowan, genannt „Hippy“ Rowan, während seines Aufenthalts im Palast des türkischen Millionärs Djavil Pacha von einer außergewöhnlichen Vampir-Legende aus Moldawien…


Handlung:

Einer Einladung folgend, reist Colonel Rowan mit seinem treuen Diener nach Istanbul, um dort bei einem Freund, eine Zeit zu verbringen. Auf der Schiffsreise haben beide Kontakt mit einer merkwürdigen Person, die nicht den Kontakt zu anderen Menschen sucht und immer in schwarzer Kleidung und das Gesicht mit schwarzen Seidentücher verdeckt, die nur die Augen freigeben. Den Kapitän des Schiffes fragend, erkundigt er sich, ob dieser Passagier an Lepra leidet, was der Kapitätn verneint und verrät, dass der Passagier Isaac Lebedenko heißt.
Am Abend wird der Rowan von dem Mann auf unfreundliche Weise angesprochen und beleidigt, da dieser wütdend darüber ist, Erkundigungen eingeholt zu haben und Behauptungen aufzustellen.

Später, bereits in Istanbul angekommen, wo sich auch Bekannte von Rowan treffen, wird bei einem Spaziergang in den Feldern von einem Besucher die Legende der Kinder des Judas erzählt, dass es Wiedergänger sind, die dann auch in unterschiedlicher Gestalt wiedergeboren werden, die ihre Opfer mit einem Kuss töten und am Hals das Zeichen "XXX" zurücklassen, als Zeichen für die 30 Silbermünzen, für die einst Judas Iscariot Jesus verraten hat.
Bei einem abendlichen Spaziergang im Palastgarten, trifft Rowan erneut auf den geheimnisvollen Isaac Lebedenko, der Rowan angreift, aber es nicht schafft, ihn zu überwältigen und Rowan wird Zeuge, wie sich der Angreifer selber tötet und dabei einen Fluch verhängt.

Einer weiteren Einladung nach Moldawien folgend, in den Bergen von Krapak, in das Schloss des Moldaviers Anthony Jeratczesco, gehen die beiden Männer eine Wette ein, da der Rowan behauptet, niemals Angst verspürt zu haben. Eine Wette, die einen Monat laufen wird, wo der Graf Rowan verspricht, dass er ihm zeigen wird, was Todesangst ist..... 

Rezension:

Die Kurzgeschichte Der Judas-Kuss von Osgood Field, erschien das erste Mal in der britischen Pall Mall Gazette im Jahre 1893 unter dem Pseudonym von Julian Osgood Field X.L. und wurde ein Jahr später in der Anthologie des Autors "Aut Dioabolus Aut Nihil".


Der Judas-Kuss als Hörspiel, ist ein kurzweiliges, 45 minütiges Horrorhörspiel, umrahmt mit einer sehr gelungenen Atmosphäre diverser Geräuschkulissen und musikalischer Untermalung.

Peter Weis führt als Erzähler durch das Hörspiel, mit seiner angehmen, ruhigen Stimme und auch Colonel "Hippy" Rowan ist mit Rolf Berg und Adamas, gesprochen von Tom Raczko sehr gut besetzt und schafft einen schönen Kontrast zur weltmännischen, reifen Stimme und die dies jungen, dienenden Butlers.

Hervorragend ist die Stimme von Isaac Lebendenko, gesprochen von Jean Paul Baeck, diese krächzende und gefährliche Stimme, herrlich bedrohlich. Ich glaube fast, nachdem ich das Hörspiel gehört habe, er so richtig Spaß an den hasserfüllten, rausspuckenden von Beleidigungen und den Fluch hatte.

Ebenso wird die Legende der Judas-Kinder sehr schön altertümlich erzählt, mit dem leichten, ausländischen und ebenso arroganten Akzent des Adels, dass es fast schon schade ist, dass die Legende nur recht kurz ist. Gerne würde man ausführlicher lauschen, was aber die Originalausgabe ebenso nicht hergibt.

Marc Gruppe und Stephan Bosenius hanen mit der 141 Folge wieder ein Akzent in den Hörspielen gesetzt und hier eine doch recht kurze Geschichte hervorragend und sehr eng am Original haltend, umgesetzt, in der alle drei Handlungsstränge der Originals erzählt werden; die Reise nach Istanbul auf dem Schiff, die der Aufenthalt in Istanbul, sowie der Aufenthalt in Moldawien.

Und wie auch so ziemlich alle Cover von Titania Medien, hat auch hier wieder der Illustrator Ertugrul Edirne ein tolles Cover gestaltet, im kühlen Blau, schwarze Haare und blutrote Lippen mit Blut und zerfliessenden XXX, was gerade durch die Schlichtheit besticht.





Hörprobe: Der Judas-Kuss

Anmerkung: Wer gerne ein bisschen mehr literarisch aufbereitete Geschichten der Kinder Judas erfahren möchte bzw. sich unterhalten fühlen möchte, findet hier unterhaltsame Lektüre von dem Schwarze-Szene-Autor Markus Heitz in seiner Trilogie der "Kinder des Judas" was drei Taschenbücher/Hörbücher umfasst:

- Kinder des Judas (2007)
- Judassohn (2010)
- Judastöchter (2010)

erschienen im Knaur-Verlag

Radio-Interview mit Marc Gruppe von Titania Medien




Titania Medien schreibt:



Laaaaaaanges Audio-Interview!!

Unser Autor und Regisseur Marc Gruppe hat Hartmut Stiller von der Schwulen Welle / Radio Dreyeckland, Freiburg, ein langes Radio-Interview gegeben. Hört doch mal rein, es lohnt sich!

Bis einschließlich Donnerstag, den 25.10. ist die Sendung noch in der Mediathek anzuhören! Also nichts wie hin!


Ein aussergewöhnliches, erfrischendes und sehr ehrliches Interview und mal richtig schön lange, mit vielen Eindrücken aus der Titania-Welt und den Machern von Titania-Medien Marc Gruppe und Stephan Bosenius, sowie ein Eindruck von dem Hörspiel "Manor" (Gruselkabinett Folge 129) und "Camilla - Der Vampir" (Gruselkabinett Folge 01)

Aufgrund von Beschränkungen der GEMA, müsst Ihr allerdings schnell sein, da das Interview nur für eine Woche abhörbar ist.

Wünsche viel Spaß





Radio Interview mit Marc Gruppe

domingo, 23 de septiembre de 2018

Gruselkabinett Folge 139: "Der Rabe"



Der Rabe

Autor: Edgar Allan Poe
Label: Titania Medien
Genre: Schauerromantik / Gothic Novel
Laufzeit: ca. 66 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN:978-3-7857-5719-2

Klappentext:

1843 am Rhein: Auf einer Reise lernt ein Engländer in einer alten Stadt am Rhein die äußerst faszinierende Dichterin Lady Ligeia kennen und lieben. Sie arbeitet gerade an einem Werk, welchem sie den Titel „Der Rabe“ gegeben hat…



Handlung:

Wer jetzt die Annahme hat, dass hier das Gedicht "The Raven" vertont wurde, der wird hier nur Auszüge und eine Rahmenhandlung des Gedichts vorfinden, denn Marc Gruppe verbindet hier zwei Werke von Poe; "Der Rabe", sowie "Ligeia".
So wird die Verzweiflung über den Tod von Lenore, wo der Rabe ans Fenster klopft, ihm geöffnet wird, dieser ins Zimmer fliegt und sich auf der Büste von Pallas Athene niederlässt und zu jedem Vers mit "Nevermore" endet, so werden hier die Abschnitte der "Ligeia" untergeschoben, (statt der "Eroberer Wurm") die dies zu ihrem nahenden Todeszeitpunkt geschrieben haben will und von ihrem Ehemann vorgelesen werden soll. Zum jeweiligen Endvers kommt noch einmal "Nimmermehr" und verstirbt.


Hier wird dann auch die Geschichte Ligeia fortgesetzt, nach deren Tod, das Kennenlernen von Lady RovenaTrevanion von Tremaine, die ihm unerträglich ist und nur unter dem Einsatz von dem damaligen Opium auszuhalten ist.


Auch Lady Rovena erkrankt und gibt die Plattform Ligeias Willenskraft, den Tod zu überwinden.



Rezension:

Jetzt wird es kniffelig mit der Rezension, denn rezensiere ich jetzt den Namenstitel "Der Rabe", der ja nur am Rande, als wenige Verse und nicht vollständig, alle 108 Verse wiedergegeben werden oder eben die Geschichte "Ligeia"? Als jemand, der seit vielen Jahren in der Schwarzen Szene verankert ist und der von Poe durch das Leben begleitet wird, würde jetzt erstmal Etikettenschwindel vermuten, denn hier ist der Titel des weltberühmten Gedichts verwendet worden, um hier vielleicht einen höheren Verkauf zu erzielen, denn erzählt wird eigentlich die Geschichte  Poes "Ligeia", was man dann ja auch so hätte nennen können. Aber die Hörspielliebhaber werden noch die düstere Serie zwischen 2003 bis 2009 von Lübbe-Audio mit dem in diesem Jahr verstorbenen Ulrich Pleitgen und Iris Berben erinnern (Folge 34: Ligeia), die kaum erreichbar ist und zurecht seinerzeit mit Preisen ausgezeichnet wurde.

Dennoch hat Marc Gruppe es sehr gut hinbekommen, "Der Rabe" und "Ligeia" zu verbinden und ergibt eine in sich logische Geschichte und behält auch konsequent die Prosa und Lyrik in den Worten bei, an der sicherlich auch zu Lebzeiten Edgar Allan Poe seine wahre Freude dran gehabt hätte.  So sind  die Monologe und Dialoge von Noel Baron (Johannes Raspe) immer in einer Art Prosa gefasst, mit der Sprache spielt und zu logischen Sätze führt, auch wenn er, als er die neue Wohnstädte der Abtei erklärt, mit einem leicht angedeuteten Singsang. Das nimmt ein wenig die Spannung und lässt die Sätze teilweise komisch wirken, hat aber dennoch einen gewissen Charme. Schade ist jedoch, dass die Verse von "Der Rabe" dann doch etwas farblos herüberkommt, nicht die Tiefe des Gedichts erreicht und auch die Symbolik des Rabe, der den Tod in dem Gedicht symbolisiert, nicht so wirklich rüber.

Dennoch ist "Der Rabe" von Titania Medien eine sehr gelungene Schauerromantik, von der Musik und Geräuschkulisse, die eine sehr dichte Atmosphäre schafft und hier auch mit der Sinnlichkeit und Erotik nicht spart, was man an dem Stöhnen und Keuchen deutlich hören kann. Hier ist Kristine Walther ganz toll, mit einer herrlich erotischen, mal dominanten Stimme, gegenüber ihrem Ehemann Noel, sowie ein ziemlich böses und geiles Gelächter oder das lockende, suchende Rufen aus dem Totenreich nach ihrem Ehemann, was hier auch mit einem angenehmen Echo unterlegt wurde.
Auch Reinhilt Schneider, mit ihrer sehr eingängigen Stimme, bekommt die Atmosphäre ganz gut hin, auch die Szenerie der Vergewaltigung, als diese ihrem neuen Ehemann ihre Ängste in ihrem untergebrachten Turmzimmer darlegt und er sie im Rausch des Opiums die ehelichen "Pflichten" einfordert, voller Verachtung für Rovena sich den Sex nimmt, die nur bei ihm bleibt, aufgrund der Forderung ihrer geldgierigen Eltern, jedoch lässt Reinhilt Schneider in einigen, wenigen Abschnitten die Angst etwas fallen und wirkt ein wenig gekünstelt und transportiert die eigenen Ängste nicht; dennoch bietet sie einen sehr guten Kontrast zu Kristine Walther, als so unterschiedliche Charaktere auch in der äusseren Erscheinung, gemäß der Vorlage. Kristine Wahlter die Sinnlichkeit, Dominanz und Beherrschtheit; Reinhilt Schneider die Leichtigkeit, Versonnenheit und das nicht Verstehen, was in dieser seltsamen Abtei, die ihr Zuhause ist, vor sich geht.

Der Showdown zum Schluß ist super gemacht, wenn Rovena in den Tod gedrängt wird, um Platz für Ligeia Platz zu machen.

Eine schöne Schauerromantik, voller schauerlicher und sehr erotischen Momente, verpackt in der Sprache der Prosa, die das Hauptmerk der Geschichte ist.

Empfohlen wird das Hörspiel ab 14 Jahren. Nun, ein Sittenwächter bin ich nicht, aber aufgrund der deutlichen Erotik und vorkommenden sexuellen Akten, mal in Leidenschaft, mal im Sterbebett Ligeias, mal als Vergewaltigung an Rovena, sowie die koonsequente Ausdrucksweise der vergangenen Poesie, könnte pahsenweise eine jugendliche Seele etwas überfordern und durch die Dialoge und Monologe der Ich-Erzählung langweilen, da es nicht so dem üblichen Hörspiel entspricht, wie man es eigentlich kennt und hier auch, aufgrund weniger Handlungsorte und gleichend eines Kammerstücks, die eigenen Phantasie freien Lauf lassen muss, das Gehörte vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen.


Was meist in meinen Rezensionen zu kurz kommt, ist die immer wieder tolle Covergestaltung von Ertugrul Erdirne, der wirklich ein wahrer Künstler ist und auch hier wieder ein tolles Cover gestaltet hat und die Elemente beider Geschichten, die Mark Gruppe verbunden hat, aufgegriffen.


Vor einem mystisch-blauen und nebelig grauen Hintergrund die beiden Frauen Ligeia, ihr mit dem Rücken zugewandt Rovena, die beide den Hörer den Betrachter ansehen, Ligeia mit einem erhabenen, herausfordernden Blick, Rovena mit einem eher zweifelnden, misstrauischen Blick.


Im Vodergrund und das finde ich wirklich einen gelungenen Clou, so kann es entweder ein Bettrahmen sein, mit kleinen Pfosten, also der Ort, der Leidenschaft, aber ebenso auch das Gewölbe eines Mausoleums, als den Ort des Todes und der Ruhe.
Mittig auf dem Sims des Bettes oder Mausoleums, die aus dem Gedicht stammenden Büste der Athene, auf der der fliegende Rabe sich gerade krächenzend niederlässt und mit einem blutroten oder rubinroten Auge. Hier wurde jedes Detail der Geschichte gekonnt aufgegriffen und dargestellt.

Viel Spaß und schaurige Unterhaltung mit einem nicht ganz gewöhnlichen, aber aussergewöhlinchen Hörspiel über Liebe, Lust, Leidenschaft, Tod und Wiederkehr....



Hörprobe: Der Rabe

miércoles, 1 de agosto de 2018

Enough is Enough

Wer uns nicht toll findet, wird zensiert und blockiert!



Immr wenn mich Nachrichten über die Seite und besonders deren Facebook Seite erreichen, bin ich eigentlich nicht mehr sonderlich verwundert. Da diese auf dem Weg sind, sich zu dem zu mausern, was sie eigentlich anprangern, besonders deren Lieblingsfeindbild, die AfD. Und so wie es die AfD und auch die "Demo für Alle" betreibt, werden unliebsame Kommentare gelöscht und der User, auch ohne jegliche Vorwarnung gesperrt.

Was ist da mal wieder bei den selbsternannten Toleranz-Pussies passiert?

Schwule und lesbische Themen reichen natürlich nicht mehr und so geht man auch als reine Schreibtisch-Schmierfinken durch das Netz und klaubt sich wie eine Krähe Artikel von eigentlichen journalistischen Seiten zusammen, verlinkt diese und garniert diese dann noch mit einem Text, den aber der Einsteller meist selbst nicht wirklich verstanden wurde. Nun ja, wenn man zu doof ist, für eigenen Content zu sorgen, dann bedient man sich eben woanders. Das Theme "Ehe für alle" ist ja nun vom Tisch und ganz so obsolet will man ja auch nicht sein und manche Schwuppen sind eben so öffentlichkeitssüchtig, dass man halt das Spektrum erweitert.

Naja, so hat man also einen Beitrag aus der doch recht renomierten "Die Zeit" geklaubt, mit dem Titel "Deutschtürken" und den Bezug zur Integration. Bis dahin ja soweit Ok. Warum auch nicht mal in der Schwulen-Community für das Thema sensibilisieren, wenn die Kritik eh immer lauter von Schwulen und Lesben wird, dass die meiste Diskriminierung und Ausgrenzung in der eigenen Szene passieren.

Nun hat sich eben ein junger Mann mit einem sympathischen Kommentar zu dem Beitrag auf der Seite von EiE gemeldet, wo an dem Namen schon ein Blinder erkennen würde, dass dieser einen Migrationshintergrund hat, sowie an dem Schreibstil.

Und wie ist direkt die erste Antwort unserer selbsternannten Toleranz-Pussies? Natürlich in der herablassenden und arroganten Art von kleinen Szenemuschis, die eigentlich kein wirkliches Argument haben und so reagieren, wie man es nicht mal von einem Kind im Kindergartenalter erwarten würde.



Nach dem Kommentar hagelte es natürlich Kritik gegen selbsternannten Regenbogenpolizei und das nicht mal zum ersten Mal über deren Stil, den EiE aber im Grunde nie hatte und Kommentare, auch wenn man denen eine private Nachricht oder Email zukommen liess, schon als Standard eine schofelige und unsachliche Antwort zurückbekam. Und so beobachtete ich mal den Strang und die Kritik gegen EiE liefen weiter auf. Da dachte ich mir schon, wie das ausgeht. Man kennt ja EiE mittlerweile. Natürlich, die Nachrichten,  wo EiE Kritik erhielt, waren, bis auf wenige, gelöscht und somit also zensiert und die User, die sich gewagt haben, Kritik zu üben, auch kommentarlos geblockt. Es ist ersichtlich, das die "Toleranten der Einseitigkeit" nur zu gerne alle kritischen Kommentare gelöscht hätten, aber dann wäre deren Zensurwahn zu offensichtlich.

Nach deren Lösch- und Blockierwahn kam dann auch die übliche, lauwarme und halbgare Entschuldigung, man habe die Kritik verstanden und habe es ja nicht so gemeint, wie man es geschrieben habe und man würde sich bei dem User selber melden. Als hätte das Team rund um Sören Landmann das verstanden oder überhaupt in letzter Zeit verstanden. Stattdessen hat man sich eher zu einem Meinungs- und Gesinnungsportal gemausert, was ihrem eigenen Slogan "Open your Mouth", nich mal mehr im Ansatz gerecht wird, denn hier gilt eindeutig das Motto "Wer uns nicht uneingeschränkt zustimmt, egal wie Scheiße wir zu User sind, ist unser Feind und dem wird sofort das virtuelle Maul gestopft". Mit der neuen Verhaltensweise, die diese Seite und deren Team an den Tag legt, sollte man sich wirklich ernsthaft überlegen, seinen Slogan nicht in "Shut uo your Mouth" umbenennen. Dann wäre es weitaus stimmiger. 

Schon seltsam, wenn diese berufsbetroffenen und dauerempörten Bewegungsaktivisten von EiE  so schlecht mit Kritik umgehen können und sich nicht anders zu helfen wissen, als zu dem billigsten Mittel zu greifen. Das erklärt auch, schon aufgrund vieler unsachlichen und unausgewogenen Beiträgen, oftmals falscher Darstellung und hinter jedem Nonnenfurz Homophobie oder Diskriminierung wittern, sich immer mehr User und Follower verabschieden und dies auch per Kommentar erklären, dass diese sich von EiE distanzieren und ganz verabschieden. Verwundert muss man nicht sein.

Was die Seite und die Organisation will, ist mittlerweile fraglich, denn viele aus der Szene sind der Meinung, dass sie nur einen Meinungsterrorismus betreiben, wo nicht mal erkennbar ist, wohin dies führen soll. Man möchte Spenden generieren, aber die aufgelisteten und verwendeten Spenden sucht man auf der Seite vergebens. Klickt man den Hinweis zum Spendenformular an, wird man auf die Tour-Seite geleitet, wo aber keine Einträge vorhanden sind. Naja... wofür also Spenden gesammelt werden oder was mit den Geldern passiert, keine Ahnung... vielleicht für ein paar lustige Aufkleber, um sich selbst zu kennzeichnen, dass man zum Meinungsdiktat von EiE gehört.
Ich persönlich habe mich schon lange von der Bude verabschiedet, denn ich sehe bei den Artikel, die sie einstellen und teilen keinen wirklichen Abbau von Homophobie. Eher das Gegenteil wird befeuert, so auch die eigene Ausformulierungen in kurzen Sätzen, zu Beiträgen, die sie für ihre Interessen teilen. Es wird sich nicht um Gemeinsamkeiten bemüht, den Dialog zu suchen und Homo-, Trans-, und Intersexualität nach aussen getragen, sondern eher auf eine Trennung großen Wert in "Wir" und "Die". Das wird auch zunehmend an EiE kritisiert. So zB wenn ein Szeneladen geschlossen wird, wird in das große Heulen eingestimmt, aber es wird gänzlich vergessen, dass Schwulsein zwar nicht immer und überall akzeptiert wird, aber der Großteil der Gesellschaft dieses eben doch akzeptiert und viele Schwule und Lesben, besonders der jüngeren Generation, gar keinen eigenen Raum mehr brauchen, zum Teil auch gar nicht mehr wünschen, sondern die Gemeinsamkeit feiern und nicht die Trennung herbeiführen.

Schade ist es dennoch, denn was man auch oft in der Szene hört, dass EiE anfänglich wirklich gut auf Diskrepanzen hingewiesen hat und als Alternative zu Aktivistengruppe war, aber offenbar einen Weg eingeschlagen wurde, der innerhalb der Szene immer mehr negativ wahrgenommen wird und mit dem Verhalten der Zensur und Blockade von Kritik, sowie die Meinungsdiktatur immer mehr für Kopfschütteln sorgt.

domingo, 3 de junio de 2018

Sherlock Holmes Folge 34 „Die quietschende Tür“




The creaking door / Die quietschende Tür
Autor: Herman Cyril McNeile / Hörspielskript Marc Gruppe
Label: Titania Medien
Genre: Krimi / Sherlock Holmes
Laufzeit: ca. 70 Minuten
Verfügbarkeit: CD / Download
Anzahl Disks / Tonträger: 1
ISBN: 978-3-7857-5630-0 



Klappentext:


Katherine Moody wendet sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Ihr Vormund hatte einem Künstler das Sommerhaus auf dem weitläufigen Grundstück zur Verfügung gestellt, damit er dort in Ruhe malen konnte. Nun ist dieser Künstler jedoch mit zertrümmertem Schädel aufgefunden worden und ein befreundeter Nachbar unter Mordverdacht verhaftet worden...



Vorwort:


Wieder einmal wendet sich Marc Gruppe den „geheimen Holmes Fällen“ mit dieser Episode und greift dabei nicht auf die Kanon Erzählungen von Doyle zurück, sondern bei der quietschenden Tür handelt es sich um eine Geschichte aus der Feder von Herman Cyril McNeile (Sapper), welche im Original „The creaking door“ heißt. Die beiden Charaktere Holmes und Watson kommen auch hier im Original nicht vor, sondern dort sind es die Ermittler Ronald Standish und Bill Leyton. Dennoch gibt es aber einige Parallelen zu den Holmes Erzählungen von Doyle. So ist Standish der Privatermittler und Leyton sein Freund. Standish hat den Scharfsinn zum Kriminalisieren, Leyton bewundert ihn. Klienten suchen die beiden auf und diese ermitteln anschließend am Tatort. Das sind natürlich Ähnlichkeiten, die sich anbieten, um daraus eine „geheime“ Holmes Story zu kreieren und das finde ich eine geniale Idee von Marc Gruppe. So ist die Holmes Reihe nicht naturgemäß in ihrem Umfang begrenzt und man kann sie weiterleben lassen und die bisherigen geheimen Fälle gefielen mir persönlich sehr gut, so gut sogar, das ich behaupte, dass wenn man Holmes eigentlich nicht mag, diese Story mögen kann. Das soll bei der aktuellen Folge nicht anders sein, aber dazu mehr in der Rezi.



Handlung:


In den späten 1890er Jahren wendet sich Katherine Moody an den Meisterdetektiv und bittet ihn um Hilfe in einem besonderen Fall. Katherine Moody lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Vormund John Playfair, auf dessen Anwesen, welcher sich rührend um sie kümmert. Eines Tages zieht jedoch ein Künstler, Bernard Power, der von Mr. Playfair protegiert wird, auf das Anwesen in ein Gästehaus. Wie es sich herausstellt ist er jedoch ein schmieriger Lüstling, der die Finger nicht bei sich behalten kann und bedrängt Miss Moody, die daraufhin aufgebracht aus dem Gartenhaus flieht. Der Nachbar der Playfair/Moody Familie, Hubert Daynton, welcher romantische Gefühle gegenüber Katherine Moody hegt, trifft auf die aufgelöste Miss Moody und ist entsetzt über die Vorkommnisse um den Künstler und beschließt ihn am Folgetag zur Rede zu stellen, dass es sich nicht schickt, eine Dame derart zu belästigen. Mr. Playfair stößt dazu und obwohl er alles für sein Mündel tun würde, versucht er Mr. Daynton daran zu hindern, den Künstler zur Rede zu stellen und beruft sich dabei auf sein Hausrecht. Das lässt Hubert Daynton jedoch unbeeindruckt und er besucht den Künstler Mr. Power in seinem Gartenhaus. Wenig später wird dieser jedoch ermordet dort aufgefunden und die Polizei beschuldigt Mr. Daynton des Mordes. Miss Moody kann und will aber nicht glauben, dass Hubert dazu fähig wäre. Daher beschießt Holmes den Fall anzunehmen und sie reisen an den Tatort, zu dem Gartenhaus, öffnen die quietschende Tür und die Ermittlungen beginnen...

Aber wer war der Mörder? War es tatsächlich Mr. Daynton? Oder doch nicht? Und warum wurde Bernard Power ermordet?? Das erfahrt ihr im Hörspiel und ich möchte euch diesmal gar nicht so viel vorweg nehmen. Soviel nur vorab, es wird gut.



Rezension:


Wie gesagt bilden die Parallelen zwischen der originalen Story und den Doyle typischen Holmes Erzählungen eine gute Basis, um eine stimmige Holmes Geschichte zu haben und dadurch, dass wir Hörer uns direkt bei den vertrauten Stimmen von Joachim Tennstedt (Holmes) und Detlef Bierstedt (Watson) zu Hause fühlen, entsteht direkt das Holmes typische feeling und ich finde, dass sich das durch die Sprechleistung von Joachim und Detlef von Episode zu Episode noch verstärkt. Sie verinnerlichen ihre Charaktere derart, sodass man sich förmlich vorstellen kann, wie die beiden in typischer Kostümierung ihre Rolle am Mikro nicht nur sprechen, sondern spielen. Tennstedt, der immer einen Schritt voraus mit seiner typischen Attitude seinen Freund neckt, Bierstedt, der sich herrlich britisch echauffiert und empört... köstlich.

Janina Sachau spricht Katherine Moody und das sehr gut, weil ihr Charakter eine breite Palette an Stimmungen und Gefühlslagen durchlebt, wohlerzogen mit leichtem Hang zur Schüchternheit, in wuterfüllter Rage gipfelnd in ekelerregter Verzweiflung und weinend, hoffend und bangend... ja die gute Janina hatte es schon nicht leicht, aber, ihre Mühen haben sich gelohnt, für den Hörer und für sie natürlich, denn ich denke man wird sie noch in der ein oder andere Produktion hören.

Jacques Breuer spielt den Vormund, John Playfair und was Jacques gut kann, ist jemand mit zwei Gesichtern darstellen, nur durch seine Stimmlage, denn obwohl Mr. Playfair wohlhabend (nicht neureich) und dementsprechend höflich rüber kommt, ahnt man an der ein oder anderen Nuance in seiner Stimme, dass sich doch noch etwas anderes dahinter verbergen könnte.

Matthias Lühn spricht den verdächtigen Nachbarn, hilfsbereit und hitzig aufbrausend.

Rolf Berg übernimmt die Rolle des Künstlers, Bernard Power, ein Schmierlappen der die Finger nicht bei sich behalten kann. Mit von der Partie sind auch Sascha von Zambelly als Inspektor Savage, ja richtig, diesmal nicht Lestrade, aber Savage regt sich genau so auf :-) sowie Louis Friedemann Thiele als hilfsbereiter Polizist Roberts und Thomas Balou Martin als Butler Wilkinson.

Die Sprechleistung ist sehr gut und die atmosphärische Vertonung sowieso, aber das kennt ihr ja bereits aus den bisherigen Rezensionen und natürlich wenn ihr die Hörspiele von Titania kennt und das ist auch in dieser Episode nicht anders und weil sie an mehreren Schauplätzen spielt, erlebt/erhört man natürlich mit einem aufmerksamen Ohr die einzelnen Geräusche, die wie eine Symphonie zusammenspielen und was einem ein wohlwollendes Lächeln ins Gesicht treibt. Für eine Holmes Episode ist diese mit ihren fast 70 Minuten schon lang, aber sie ist nicht in die Länge gezogen, hat keine Hänger und wirkt auch nicht gehetzt. Genau die richtige Mischung um entspannt lauschen zu können.

So ihr lieben Freunde des atmosphärischen Hörspiels, das war es vorerst für unseren geliebten Meisterdetektiv Holmes und somit auch für mich mit den Rezensionen über ihn, denn er geht in eine Sommerpause und treibt sich vermutlich irgendwo in London rum, wenn ihn nicht gerade Watson zu einer Kur an die Küste verdammt hat oder er flüchtet in den Diogenes Club :-)

Mit dem Herbst Programm geht es mit Holmes dann im September weiter und das mit meinem all time favourite „Dem Hund der Baskervilles“ !!!! weiter, worauf ich sehr gespannt bin. Da werden wir dann mit einer Doppel CD belohnt.

Bis dahin, lasst die Ohren glühen, gönnt euch auch im Sommer in paar Hörspiele, denn damit hält es sich wie mit Schuhen, man kann nie genug haben. In diesem Sinne, wie immer viel Spaß auf den Ohren und habt euch wohl!

Euer Matthi.

lunes, 28 de mayo de 2018

Gruselkabinett Folge 136: "Das Königreich der Ameisen"



Das Königreich der Ameisen
Autor: H.G. Wells
Label: Titania Medien
Genre: Fantasy / Abenteuer / Horror
Laufzeit: ca. 56 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5628-7


Klappentext:

Am Amazonas 1899: Kapitän Guerilleau erhält den Befehl mit dem Kanonenboot ‚Benjamin Constant’ den Fluss hinauf zu fahren, um den Eingeborenen hilfreich zur Seite zu stehen. Dort ist angeblich eine Ameisen-Invasion ausgebrochen. Zunächst glaubt er, dass es sich lediglich um einen Scherz handelt. Doch schon bald sieht er sich und seine Mannschaft tödlichen Gefahren gegenüber...

Rezension:

Mal wieder tue ich mich was schwer mit der Rezension, denn unter dem Seriennamen wünsche ich mir meist lieber die klassische Schauerromantik und Grusel und weniger das Genre Fantasy und Adventure, aber ein ganz so festgefahrener Hörspielliebhaber, bin ich dann auch wieder nicht und so gebe ich auch anderen Geschichten auch gerne mal eine Chance. Besonders dann, wenn ich die Geschichte nicht kenne, weil es dann was ganz neues für meine Ohren gibt.

Als ich die CD in den Händen hielt, hatte ich vielleicht eine andere Vorstellung vom Plot, denn meist geht es ja bei mutierten Tieren um einen verrückten Wissenschaftler, der entweder der Welt etwas beweisen will oder einfach nur größenwahnsinnig ist, ein altes Labor in einer Burg oder verwitterten Forschungseinrichtung und einer scheuen Assistentin oder alternativ, eine Tiermutation als Nebenerscheinung von Tests und Experimenten, wie in "Fornicula" oder aus der 80er Jahre Neon-Serie "Angriff der Riesenameise". Dies entspräche dann aber wiederum nicht unbedingt den Geschichten von H.G. Wells und so schickt er und Titania Medien uns in den Amazonas, wo der Captain und der Ingenieur der Sache auf den Grund gehen sollen und den Einheimischen zur Hilfe eilen.

Tatsächlich brauche ich mehrere Anläufe für das Hörspiel, weil ich irgendwie in die Geschichte nicht so richtig reinkam und erst beim dritten Anlauf, als ich mir dann auch ganz bewusst erneut die Zeit genommmen habe, bei sonntaglichen Sonnenbaden mit Kopfhörern, denn zuvor hatte ich mich gerne von anderen Dingen beim Zuhören ablenken lassen.

Besser wurde das Hörspiel dadurch jedoch nicht, denn so ist ca. die erste Halbzeit des Hörspiels Gerede, also sehr viel Gerede und Meckerei, besonders durch den Kapitän über die unsinnige Mission, der sich ellenlang darüber auslässt, dass Katastrophen mit Tieren nun mal kommen und gehen, fügt Beispiele aus seiner Erfahrung hinzu usw... dann noch Gerede über Frauen in der üblichen Machomanier des Unwiederstehlichen,... etc... also viel Gerede, der eigentlich nicht so richtig zum Plot passt und daher auch keine Spannung aufbaut. Bisschen schmunzeln musste ich, weil sich mit beim Zuhören der Gedanke aufdrängte, ich mir vorkam wie in einem Flughafenterminal im Gatebereich, wenn das Flugzeug eine längere Verspätung hat und sich Mitreisende über irgendwas unterhalten, was einem im Grunde nicht interessiert, man aber aus Langeweile doch zuhört und dabei aufs Vorfeld guckt.

Langeweile haben auch die Protagonisten, denn hier gibt es dann, nur so aus reinem Spaß, ein eigentlich sinnloses Geballer auf Amazonas-Alligatoren, um die Zeit der Warterei totzuschlagen.

In der zweiten Halbzeit nimmt das Hörspiel und die Geschichte an Fahrt auf und da hat es mich gefreut, dass Marc Gruppe selbst, mal eine großere Sprechrolle als Leutnant Da Cunha hat und sich der Gefahr auf einem verwaisten Boot umsehen muss und von den Ameisen angegriffen wird, zwar wieder von seinen Kameraden aufgenommen werden kann, aber die Bisse der mutierten Ameisen und daran auch stirbt. Da ich seine Stimme sehr mag, gefiel mir die größere Sprecherolle sehr gut und das hat er auch fantastisch hinbekommen. Ebenso auch die anderen Sprecher, die sich sehr gut in den Personen hineinversetzen, wobei mir der Kapitän Guerilleau, gesprochen von Jean Paul Baeck, oftmals zu derbe und zu laut rüberkommt. Die Derbheit mag sicherlich einem Kapitän im Jahr 1899 entsprechen. Mutig, furchtlos und auch etwas primtiv, der seine Ängste mit lauten Machogehabe versucht zu überdecken, was aber in einem Hörspiel und bei größeren Monologen dann auch zunehmend anstrengend wird. Ab der Hälfte ist man ja im Bilde, was der Kapitän für ein Haudegen ist, der aber gerne mal andere vorschickt ;)

Atmosphärisch ist es auf jeden Fall in der typischen Art von Titania, schöne, mal ruhige, mal spannendere Musikabschnitte, in der dieses Mal viel Streichmusik eingespielt wurde und auch die Geräuschkulisse, wie immer perfekt und harmonisch angepasst. Vom Wassergerausche des Amazonas, exotische Vögel und Grillen bis hin zum tropischen Gewitter, ist auch die vorherige, feucht-schwüle Wärme gut "erfahrbar".

Ganz im Stil von Wells, gibt es kein wirkliches Happy-End. Es werden zwar auf die sich in der Distanz formierenden Ameisen aus vollen Rohren geschossen, aber warum die Ameisen mutiert sind, sich ihr Reich wieder zurückholen, erfährt man nicht. Stattdessen ein verzweifeltes Schlussappell vom Ingenieur Holroyd (gesprochen von Simon Roden, der auch als Erzähler fungiert), dass die mutierten und intelligenten Ameisen in der Lage sein könnten, auch weitere Gebiete zu besetzen, auch in Häuser sich niederlassen und auch bis Europa dringen könnten... und so endet dann auch das Hörspiel in einer Art Endzeit-Szenario.


Ich hätte mich über mehr Dichte sehr gefreut und die mutierten Ameisen nicht nur aus der Distanz wahrzunehmen, denn von den Ameisen erfährt man nur immer auf eine große Distanz, Fernrohren oder Hörensagen. Mir fehlte auch hier vielleicht das Einbringen von vielleicht einheimischer Bevölkerung, Amazonas-Bewohner, denn üblicherweise haben bei so Abenteuerreisen gerade die Naturvölker oftmals eine Erklärung durch Beobachtung und bessere Prophezeihungen, als Kolonialisten.  Dies sah aber der Plot nicht vor und aus der Erfahrung von nahezu allen Hörspielen von Gruselkabinett weiß ich, dass Marc Gruppe die Vorlage und den Plot zwar etwas umschreibt und hörspieltauglich macht, sich aber an eng an die Vorlage hält, auch wenn es dem Hörspiel und somit dem Hörer gut getan hätte und sicherlich auch dem Spannungsbogen.

Nun denn, ein schlechtes Hörspiel ist es ganz und gar nicht, aber auch nicht unbedingt das, was man sich unter dem Label des Grusels vorstellen kann. Horror ja, bei der Vorstellung, dass Menschen von riesigen Armeen von Ameisen angegriffen und getötet werden und sogar gefressen, denn Skelette wurden in dem Hörspiel ja erläutert.

Und da es diesmal um den Amazonas geht und die Rezension vielleicht nicht ganz so gut ausgefallen ist, da mir die Geschichte nicht so zusagte, gibt es als Bonus von mir eine Aufnahme aus dem Cockpit, im Sinkflug über dem Amazonas, auf dem Weg von Madrid nach Asunción.






miércoles, 2 de mayo de 2018

Gruselkabinett Folge 134: „Das älteste Ding der Welt“ Willy Seidel



Das älteste Ding der Welt
Autor: Willy Seidel / Hörspielskript: Marc Gruppe
Label: Titania Medien
Genre: Schauerromantik/Fantasy/Sience Fiction, Okkultismus
Laufzeit: ca. 88 Minuten
Verfügbarkeit: CD/Download
ISBN: 978-3-7857-5625-6 



Klappentext:


Dem achtzehnjährigen Harald von Calmus, einziger Sohn des bejahrten Reichsfreiherrn von Calmus-Dunkelstedt, ist es durch eine kleine Finte wieder einmal gelungen, seinem Hauslehrer in die freie Natur zu entkommen. Im nahen Pfaffenwäldchen hat er an jenem Nachmittag mehrere unheimliche Erlebnisse, die imstande sind, sein noch junges Leben aus den Angeln zu heben...



Vorwort:


So viel vorab: Dies ist aus gegebenem Anlass eine längere Rezension und sie spoilert. Wenn ihr also schon beschlossen habt, dieses Hörspiel in euren Warenkorb zu legen und gänzlich unvoreingenommen in den Hörgenuss kommen wollt, dann lest die Rezension nicht bis zum Schluss.



Handlung:


In einem kleinen Städtchen, ähnlich wie Limburg an der Lahn, lebt der 18 jährige Harald von Calmus, einziger Sohn eines pensionierten Reichsfreiherrn und hat alles andere im Sinn, als den Lektionen seines Hauslehrers beizuwohnen. Stattdessen geht er lieber in den umherliegenden Buchenwäldern auf abenteuerliche Art und Weise spazieren. So auch eines Samstags, wo er vor seinem Hauslehrer flieht...



Auf seinem Streifzug durch das Pfaffenwäldchen, widerfahren Harald merkwürdige Dinge. Tiere des Waldes, die einen blutigen Kampf führen, eigenartige Landschaftsformationen, die ihn in einem entrückten Zustand, wie in sanfter Hypnose durch den Wald streifen lassen, bis er zu einem Hügel mit spitzer Felsformation gelangt, auf dem in ringförmiger Formation Pilze wachsen, ein Hexenring, aus blutroten Fliegenpilzen. Dabei handelt es sich um das sagenumwobene Hünengrab. Harald wird Zeuge, wie eine Ringelnatter einen Frosch töten will, verhindert dies, indem er die Natter tötet, wodurch er auf etwas metallisches im Boden aufmerksam wird. Noch mehr Blut verteilt sich und sogleich ertönt ein metallisches, dämonisches Grollen. Die Trance verstärkt sich mehr und mehr, bis Harald widerwillens einschläft, den Weg nicht mehr nach Hause schafft und wie durch eine fremde Macht 2 Meter über den Boden schwebend schläft und phantasiert. Erst in der Halbdunkelheit erwacht er wieder, auch der Himmel verfärbte sich während seiner Trance blutrot. Krampfhaft versucht er sich an etwas zu erinnern, aber seine Erinnerungen sind verblasst. Harald weiß auch nicht, wie lange er an diesem mysteriösen Ort verweilte, da seine Uhr zur Nachmittagszeit stehen geblieben ist und so macht er sich auf den nach Hause Weg, um einer Auseinandersetzung mit seinen Eltern aus dem Weg zu gehen.

Zu Hause legt er sich schlafen, jedoch bemerkten seine Eltern, dass mit ihrem Sohn etwas nicht zu stimmen scheint, was Harald zu verheimlichen versucht. Schließlich schläft er wieder ein und seine Trance verstärkt sich seit dem Besuch auf dem Hünengrab abermals. Schwebend durch Raum und Zeit, durch kosmische Welten, Zeit, die wie im Flug vergeht. All diese Ereignisse lassen Harald denken, er sei dem Wahnsinn verfallen. Langsam kehrt seine Erinnerung zurück und er versucht seinen Zustand des Nervenfiebers auf rationale Art und Weise zu erklären....

Er erlebt ein auf und ab, wobei ihn die Erinnerung an das seltsame Erlebnis nicht los lässt. Die Wochen vergehen und wieder verfällt er in Trance, diesmal jedoch vor seinen Eltern, wodurch er seinen Zustand nicht mehr verheimlichen kann. Wieder vergehen Tage, an die Harald keine Erinnerung mehr hat und aus Sorge um ihren Sohn, schicken Haralds Eltern nach dem Arzt, welcher ihm jedoch einen gesunden und normalen Zustand diagnostiziert. Fortan beschließt Harald sich auf sein Bewusstsein zu konzentrieren. Die Gewissheit, dass er durch das Erlebnis auf dem Hünengrab zu einer Berufung erkoren wurde, die er noch nicht kennt, aber willens ist sie herauszufinden, auch wenn das seinen Tod bedeuten würde, denn er kann nicht anders. Es ist, als vermischen sich fremde Gedanken mit seinen eigenen, als wird sein Geist und eine fremde Macht zu einem Geist und Harald ist wie fasziniert von dem Unbekannten, wohl wissend, dass er sich dabei in eine Gefahr begeben könnte.

Gestärkt und mit schier unendlicher Kraft und Elan, lernt Harald zufällig den Chinesischen Geologen Herrn Sze kennen, welcher ebenfalls eine seltsame Macht über ihn zu haben scheint und mit seiner Berufung zu tun hat. Harald begibt sich in die Hände von Herrn Sze, mehr oder minder willenlos, vertraut er sich ihm an, erzählt ihm seine Erlebnisse um das Hünengrab und Herr Sze hört aufmerksam zu, sehr aufmerksam....

Hr. Sze besteht mit Nachdruck darauf, ihm ein paar Blutstropfen aus der Herzgengend zu entnehmen und verteilt dies auf der Spitze des Hühnengrabes, was aus Haralds Sicht einfach keinen Sinn ergibt, wie vieles von seinen letztlichen Erlebnissen. Aber ob er will, oder nicht, Harald ist der Macht und auch gleichzeitigen fürsorglichen Art des Herrn Sze ausgeliefert und so lässt er sein bisheriges Leben zurück, begibt sich in seine Hände, in sein Anwesen, ein Labor, welches Herr Sze auf den Hügel um das Hünengrab erbauen lies, um eine dunkle Macht zu erforschen, eine Macht, bzw. eine Waffe, die alles bisherige in den Schatten stellt und mit sehr ungewissem Ausgang für Harald.....



Rezension:


Willy Seidel war mir als Autor und somit auch seine Geschichten bisher unbekannt, was aber kein Nachteil darstellen muss, denn gänzlich frei in eine Geschichte abzutauchen hat durchaus auch seinen Reiz und neue Überraschungen hat man ja immer gerne, gerade auch deshalb, weil im Bereich der Hörspiele viele historische Geschichten vertont werden, die man schon kennt. Manchmal überrascht es einen zum positiven, manchmal zum negativen. Das älteste Ding der Welt ist für mich wie eine Achterbahnfahrt.

Gleich zu Anfang geht es steil Berg auf, weil sich dort Elemente der Schauerromantik, mit Übernatürlichem, Fantasy und Sience Fiction Elementen kombinieren, als der Protagonist seine Erlebnisse in Trance hat und ich unbedingt wissen wollte, was dahinter steckt und wie es weiter geht. Danach macht der Plot aber ziemlich schnell eine Talfahrt und ist geprägt von langen Episoden, in denen, gemessen an der Länge der Abschnitte, eigentlich nicht sonderlich viel Handlung passiert, oder besser gesagt eine lange Episode, wo undurchsichtige Handlungen geschehen, deren Sinn sich zunächst nicht erschließen lässt und bedingt durch die Länge des Hörspiels verwirrend wirken. Würde der Erzähler, Peter Weis, nicht so einen super Job hinlegen und einen bei der Stange halten, dann wäre ich gedanklich abgeschweift, besonders ab dem Mittelteil, wo Harald schon in den Fängen von Dr. Sze ist und mit Drogen betäubt wird. Der Plot ist zwar einerseits gradlinig gehalten, andererseits vermischt Willy Seidel aber nicht nur Elemente des Sience Fiction, Fantasy und Schauerromantik wie zu Anfang, sondern lässt auch noch okkulte Themen mit einfließen, was insgesamt zu viel des Guten ist. So handelt es sich bei dem ältesten Ding der Welt um eine Gottheit aus Eisen, die es in Form eines Meteoriten vom Planeten Saturn auf die Erde verschlagen hat und einmal erweckt, dort mit so viel Blut besänftigt werden muss, wie sein Eigengewicht beträgt, gelänge dies, so wäre er zerstört. Dafür müssten aber Unmengen von Blut fließen, wie es nur bei einem Krieg möglich wäre.

Man muss aber ganz klar unterscheiden zwischen der literarischen Vorlage, auf welcher das Hörspielskript basiert und wie das label das Hörspielskript und natürlich die atmosphärische Vertonung gestaltet.

Was die Vertonung angeht, ist es wieder mal absolute Titania Spitzenklasse. Die Musik ist sensationell umgesetzt und beeinflusst die Stimmung des Zuhörers gekonnt. Als Harald beispielsweise frei und frohen Mutes in den Wald läuft, unterstreichen Harfenklänge idyllisch die Szenerie und wechseln zu orchestralen und heroischen, epischen Klängen, als er, seiner Sinne umnachtet, in Trance durch Raum und Zeit, losgelöst von allem rationalen Denken, kurz vor dem Wahnsinn stehend, körperlos durch den Aether fliegt und Himmelskörper auf ihn zu fliegen. Ein absoluter Genuss. Auch die Schauermomente, als das älteste Ding der Welt in Aktion tritt, sind so gut umgesetzt, dass es einem fast das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dazu die immer passenden und sehr detailreichen Umgebungsgeräusche in einer unglaublichen Vielfalt, wo jeder Grashalm im Wind, die Tiere des Waldes, ja auf jedes Geräusch, welches entsteht, wenn die Protagonisten die Geschichte erleben, zeitlich treffend, wunderbar in Intensität und Differenzierung zusammenspielen und ein sehr detailreiches, harmonisches Bild ergeben. Was das angeht, ist meiner Meinung nach Titania das beste label, im Vergleich zu anderen.

Das Sprecher Ensemble besteht bei dieser Gruselkabinett Folge wieder aus erstklassigen und hochkarätigen Sprechern: Dagmar von Kurmin und Horst Naumann als Eltern von Harald. Sascha von Zambelly, der den Hauslehrer spricht und nur eine kleine und kurze Nebenrolle hat. Daran sieht man auch, wie detailverliebt Titania ist und auch kleinere Parts mit tollen Profis besetzt. Den größten Part hat natürlich Harald (Louis Friedemann Thiele). Der Wechsel vom erstaunten, dem Wahnsinn nahen jungen Mannes, welcher nach und nach in die Fänge des Dr. Sze gerät, gelingt ihm gut, ohne ihn dabei zu ergeben wirken zu lassen. Den weiteren großen Part bei dieser Geschichte hat Matthias Lühn, der den Chinesischen Dr. Sze spricht, was wohl auch die schwerste Aufgabe gewesen sein mag und auch mein einziger Kritikpunkt ist, was die Sprecherrollen anbelangt. Einen großen Teil des Hörspiels versucht Matthias, die Rolle gemäß Vorgabe seines Charakters den er vertont, mit einem Chinesischen Akzent zu sprechen, was aber mittelprächtig gelungen ist und eher anstrengt zuzuhören, um den Sinn der Worte zu erfassen, der bei dieser Story ohnehin schon verworren ist. Die Undurchsichtigkeit des Dr. Sze und die Wechsel des Fürsorgers hin zur dämonischen Ader gelingt ihm jedoch sehr gut mit Wechseln von Höhen und Tiefen in seiner Stimmlage. Die weiteren Sprecher haben eher Nebenrollen und so wirken ebenfalls Bodo Primus als Hausarzt, Kathryn McMenemy als Hausmagd und Rolf Berg als ein Fabrik Direktor mit.

Die Geschichte erschien erstmalig im Original im Jahr 1923 und enthält eindeutiges, zweifelhaftes, patriotisches Gedankengut mit Vorurteilen gegenüber anderen Völkern, welches Marc Gruppe in dem Hörspielskript weitestgehend gekürzt hat und das ist auch gut so, aber dennoch lässt sich der ursprüngliche Tenor, den Herr Seidel verbreiten wollte, nicht leugnen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Story nicht meins war. So gut, wie sie anfing, so stark lässt sie aber ab der Mitte auch nach und am Ende hinterlässt sie einen mit einem faden Beigeschmack, mit einem Schluss, der letztendlich bedeutet, dass den Deutschen eine dämonische und bluthungrige Waffe aus Eisen zufällt. Beschäftigt man sich dann mit der Vita des Autors Seidel, so erfährt man, dass er mit der literarischen Erstellung Deutscher Kolonialpropaganda beauftragt war und zur Machtergreifung der Nationalsozialisten einer der Schriftsteller war, der das Gelöbnis treuester Gefolgschaft Adolf Hitlers unterzeichnete. All dies und vor dem Hintergrund des Erscheinungsjahrs und die darauffolgenden geschichtlichen Wendungen, die danach eintraten, lassen die Story und ihr Credo in einem zweifelhaftem Licht erscheinen.

Dennoch finde ich es mutig, dass sich Titania solch einer Story gewidmet hat und wirklich das beste mit ihrem Hörspielskript und der Vertonung rausgeholt hat, aber ob sie sich damit einen großen Gefallen getan haben.... Die atmosphärische Hörspielumsetzung ist top, aber die Story eher nicht so.

Wie findet ihr das? Seht ihr das genau so? Oder vielleicht anders? Teilt es mir gerne wie immer über die Kommentare mit.


In diesem Sinne, bis demnächst und wie immer wünsche ich euch viel Spaß auf den Ohren,
euer Matthi.