domingo, 20 de agosto de 2017

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan



Letztendlich sind wir dem Universum egal
Autor: David Levithan
Label: Fischer FJB 
Genre: Jugendbuch – Roman
Verfügbarkeit: e-book/download, Taschenbuch, Hörbuch
ISBN: 9783596811564
Preis: € 8,49 (e-book), € 9,99 (Taschenbuch), € 12,99 (Hörbuch)




Klappentext:


Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte.

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.
Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?



Rezension:


Bei einem Ausflug in die Shoppingwelt durfte natürlich auch ein Abstecher bei einem Buchhändler vor Ort nicht fehlen. Gesagt getan, raus aus dem Trubel der Kauflustigen, rein ins Lesevergnügen. Völlig ohne bestimmte Kaufabsicht, bin ich im Stöbermodus durch die Regale geschlendert und bei diesem Exemplar hängengeblieben. Ein Griff, Klappentext gelesen, schön entspannt vor Ort ein paar Seiten gelesen und direkt das Exemplar gekauft. Die Rezension hat mich vor eine kleine Herausforderung gestellt. Warum das so war? Weil dieses Buch polarisiert, auf mehreren Ebenen und mich beeindruckt und bewegt hat, sodass es herausfordernd war, es angemessen zu rezensieren. Aber eins nach dem anderen.

Die erste Besonderheit ist, dass dieses Buch nicht in dem Sinne in Kapitel gegliedert ist, sondern in Tage. A ist bei Beginn des Buches mittlerweile ca. 16 Jahre alt und wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf, der auch 16 Jahre alt ist. Er wechselt also nicht vom 16 jährigen in einen 60 jährigen Körper. Man weiß nicht, ob A männlich oder weiblich ist, oder ob er (ich nenne ihn der Einfachheit halber mal er und assoziiere A mit einer männlichen Person) es selber weiß, da er seit dem Beginn seiner Erinnerungen als Kind bereits jeden Tag in einem fremden Körper aufwacht. In diesem Körper bleibt er dann für einen Tag, bis Mitternacht und kann die wichtigsten Erinnerungen der Person, in der er „steckt“, wie Informationen abrufen, um sich so für einen Tag mit dem Leben des jeweiligen zurechtzufinden, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne sich auf etwas einzulassen. Derjenige, in dem A steckt, bemerkt nichts davon. Für ihn ist es ein Tag, wie jeder andere auch. Und so nimmt David Levithan den Leser direkt und ohne große Umschweife mit in das Leben des A. Beginnend mit dem Tag 5994 (wenn man das in Jahre umrechnet, kommt man auf 16 Komma und ein paar zerquetschte 😊 ) findet sich A in Justins Körper wieder. Was A jedoch nicht weiß, dass dieser Tag sein Leben komplett auf den Kopf stellen wird und sich alles verändern wird. A verliebt sich in Justins Freundin Rhiannon und das stellt sein bisheriges einsames Leben, komplett auf den Kopf.

David Levithan hat einen recht lockeren Schreibstil, der es einem einfach macht, die Zeilen zu verschlingen und obwohl dieses Buch in die Kategorie Jugendbuch fällt, so ist es doch viel mehr als das. Er stellt seinen Protagonisten, wobei man dort eigentlich von mehreren sprechen muss, authentisch und tief dar und die Idee hinter der Geschichte, die er aufgebaut hat, finde ich genial. Zum einen könnte man die Grundidee dem Bereich Phantasy zuordnen, rein Phantasy ist es aber nicht ausschließlich. Die Liebesgeschichte zwischen A und Rhiannon gehört wohl zu dem Genre Roman, ein einfacher Roman ist es aber nicht. Mal ist A ein schwarzer, mal weiß, mal beliebt, mal dick, mal dünn, mal schwul, hetero oder lesbisch, depressiv mit suizidialen Gedanken, in all diese Merkmale, die einen Menschen ausmachen, nimmt der Autor den Leser mit und man stellt sich oft die Frage, was ist ein Mensch und macht ihn aus und wie gehen wir miteinander um bzw. sollten miteinander umgehen.


„Erst in den Feinheiten wird es kompliziert und kontrovers – wenn die Mehrheit sich schwertut anzuerkennen, dass wir achtundneunzig Prozent miteinander gemeinsam haben, ganz gleich, welcher Religion, Rasse oder Geschlecht wir angehören und woher wir kommen. (…) Aus unerfindlichen Gründen konzentrieren wir uns gern auf die zwei Prozent, in denen wir uns unterscheiden, und daraus resultieren die meisten Konflikte in der Welt.“ (S. 101)

Und so findet man sich mit einem Buch in den Händen wieder, welches ein Potpourri aus verschiedenen Themen und Genres aufbaut, aber dennoch stimmig im Plot ist und sehr viel tiefgründiger, als ich es während des Lesens teilweise dachte.

Ehe ich mich versah, hatte ich mich mit der Identifikationsfigur A verbunden. Der Autor beschreibt die Gefühle und Gedanken sehr genau, ohne aber dabei kitschig zu wirken. Man ist so nah in der Geschichte drin, hat aber dennoch die Möglichkeit von außen einen Blick auf alles werfen zu können. Zwischendurch hätte ich mir am liebsten einige Textzeilen markiert, um sie festzuhalten und immer wieder zu lesen. David Levithans Schreibstil geht mitten ins Herz und ich habe manchmal kurz inne gehalten und über das gerade gelesene nachgedacht.

Zu Anfang der Geschichte, bekommt man einen relativ besonnenen Blick auf das Leben von A und wie es sich für ihn gestaltet. Es scheint, als hat er sich mit seiner Einsamkeit abgefunden. Er ist zwar unter Menschen, aber niemals kann er er selbst sein. Es gibt keine Beständigkeit für ihn. Er ist in familiäre Bande verwoben, aber immer nur für einen Tag und niemals in seine eigenen. Er weiß, dass er alleine ist, was für uns „Normalsterbliche“ selbstverständlich ist, all das hat A nicht. Er kann niemals Bindungen aufbauen, da nichts für ihn beständig ist, hat keine eigene Familie, keine Freunde, nichts und so scheint es, als habe er sich damit abgefunden, dass es dies für ihn nicht gibt und ist davon überzeugt, dass er dem Universum egal ist.

„Ich bin Treibgut, und so einsam das mitunter sein kann, es ist auch enorm befreiend. Ich werde mich niemals über jemand anderen definieren. Ich werde nie den Druck von Gleichaltrigen oder die Last elterlicher Erwartung spüren. Ich kann alle Teile eines Ganzen betrachten und mich auf das Ganze konzentrieren, nicht auf die Teile. Ich habe gelernt zu beobachten, weit besser als die meisten anderen Menschen. Die Vergangenheit setzt mir keine Scheuklappen auf, die Zukunft motiviert mich nicht. Ich konzentriere mich auf die Gegenwart, denn nur in ihr ist es mir bestimmt, zu leben.“ (S. 15)

Das ändert sich jedoch, als er sich in Rhiannon verliebt. Er wirft seine Prinzipien über Bord, keine Spuren zu hinterlassen und verspürt das Verlangen nach Beständigkeit, ist aber hin und her gerissen, denn wie soll es funktionieren, wenn man nicht weiß, wer man am nächsten Tag ist, in welchem Körper man steckt, ohne sich an etwas orientieren zu können und ist es möglich, dass ein Mensch, dass Rhiannon ihn lieben kann. Er, der so gestaltlos ist, jeden Tag körperlich jemand anders, im Inneren aber zugleich so beständig ist.

Kritiker mögen bemängeln, dass in der Geschichte nicht jede Frage beantwortet wird: Warum A so ist, warum er immer in gleichaltrigen Körpern steckt... Darum geht es aber im Grunde in der Geschichte nicht und die Beantwortung dieser Fragen ist für den Plot eigentlich irrelevant.

Und weil das Buch an sich eine Besonderheit ist, so stellt auch das Ende eine Besonderheit dar. Eigentlich ist es ein Abschluss, ließe aber möglichen Handlungsspielraum für eine Fortsetzung offen. Ich möchte aber nicht zu viel vorweg nehmen, liest selbst, wenn ihr mögt 😉

Ich kann nur für mich sagen, dass mich der Roman gefesselt hat und ihn ein einem Rutsch durchgelesen habe, um zu erfahren, wie es mit A weitergeht. Wer ist A am nächsten Tag? Was wird er dort erleben? Finden er und Rhiannon zusammen oder nicht? Ja, es ist eine Teenieromanze, aber in der Gesamtsumme ist David Levithan in meinen Augen eine Meisterleistung geglückt, der Plot für mich ein kleines Juwel und ich kann nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Daher wünsche ich euch viel Spaß dabei und verbleibe mit dem schönen Zitat, welches im Grunde die Kernaussage darstellt:


„Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit.
Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.“(S. 392)


Über den Autor:

David Levithan, geboren 1972, ist Verleger eines der größten Kinder- und Jugendbuchverlage in den USA und Autor vieler erfolgreicher Jugendbücher. Unter anderem „Will &Will“ (gemeinsam mit John Green) und „Two Boys Kissing“. Sein Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 in der Kategorie Jugendjury. Er lebt in Hoboken, New Jersey.



Folgeromane*:


„Letztendlich geht es nur um dich“



*Dieses Buch stellt laut Klappentext die obige Geschichte aus der Sicht von Rhiannon dar.

domingo, 23 de julio de 2017

Titania Krimi Klassiker Folge 4: "Der Vampir von Sussex" - "Das gefleckte Band"



Autor: Sir Arthur Conan Doyle
Label: Titania Medien
Genre: Hörspiel, Krimi
Laufzeit: ca. 75 Minuten
Audio CD (25. April 2005)
Anzahl Disks/Tonträger: 1
Verfügbarkeit: CD/Download
ISBN: 978-3-7857-3238-0


Klappentext:




London in den 1880er Jahren

Die junge Frau von Robert Ferguson wird wiederholt dabei ertappt, wie sie ihrem Kind das Blut aussaugt. Ist sie ein Vampir?

Im zweiten Fall werden der Meisterdetektiv und sein Freund Dr. Watson mit dem Rätsel um „Das gefleckte Band“ konfrontiert: Helen Stoner befürchtet, dass ihr bald ein schrecklicher Tod drohen könnte.

1. Teil, Der Vampir von Sussex, Track 1-5



Handlung:

Ein früher Wintersturm tobt um das Haus von Robert Ferguson in Sussex, als ihn Mrs. Madison, die Kinderfrau seines nicht ganz einjährigen Sohnes, erregt aufsucht. Mrs. Madison beobachtete, wie die Mutter des einjährigen Kindes, Mrs Ferguson, seine zweite Ehefrau, die aus Peru stammt, mit Blut bedeckten Lippen über dem knapp einjährigen Knaben beugt und diesen scheinbar in den Hals gebissen hat. Ist Mrs. Isabella Ferguson krank? Oder besessen? Oder gar ein Vampir? Oder verbirgt sich gar etwas anderes dahinter?

Die Unterhaltung zwischen Mrs Mason und Mr Ferguson findet ein jähes Ende, als Schreie aus dem Nebenzimmer ertönen und Isabella scheinbar wieder den Säugling gebissen hat, um sein Blut zu trinken und den Stiefsohn Jack, Mr. Fergusons Sohn aus erster Ehe, geschlagen hat. Jack bekräftigt die Vorwürfe des Vampirismus und behauptet seine Stiefmutter sei böse, eine Vampirin, die ihr Blut trinken wolle. Daraufhin verwehrt Robert Isabella den Zutritt zum Kinderzimmer.

Wie kommt nun Sherlock Holmes zu diesem Fall?

Die Story macht hier einen Schwenk in die Baker Street 221b und Watson ist zugegen, als Holmes einen sonderbaren Brief erhält. Die Kanzlei Morrison, Morrison und Dodd verweist ihren Kunden Robert Ferguson an Sherlock Holmes, als dieser um die Aufklärung eines Falles bittet, der angeblich mit Vampirismus in Zusammenhang stehen soll. Natürlich kann Holmes mit, wie er es ausdrückt, übernatürlichem Unsinn nichts anfangen, liest aber auch Fergusons Brief, der zeitgleich eintraf. Dieser Brief weckt jedoch sein Interesse augenblicklich und er übernimmt Mr. Fergusons Fall...


Rezension:

Der Vampir von Sussex dürfte wohl eher zu den unbekannteren Geschichten aus der Sherlock Holmes Reihe gehören, nimmt aber dennoch für sich einen besonderen Stellenwert ein. Warum das so ist? Nun, Mr. Holmes zählt ja eher zu den ausgesprochenen Vertretern der Logik und der Vernunft und so verspottet Sherlock regelrecht die Idee, es könne sich bei den Vorfällen um einen Fall von Vampirismus halten. Kurze Zeit bevor der Vampir von Sussex erschien, brachte Bram Stoker, den Urvater aller Vampire mit seinem Werk Dracula heraus, welches aber zu seiner Zeit weniger Beachtung fand. Ein kleiner Seitenhieb unter Bekannten also?

Auffallend bei diesem Werk von Titania ist, dass sie sich stark am Plot des literarischen Werks orientieren. Auch kleine Nebensächlichkeiten, wie den Hinweis auf den Fall, „Die Riesenratte von Sumatra“ haben sie mit ins Skript aufgenommen. Titanias Konzept der absolut hochkarätigen Sprecher, geht in diesem Fall besonders auf. So stellen die Sherlock Holmes Hösrpiele eine besondere Schwierigkeit dar, weil es zum einen eine Fülle an Konkurrenzvertonung gibt, mit der sie sich messen müssen und zum anderen ist der Vampir von Sussex nicht die stärkste Geschichte. Aber genau hier lässt sich erhören, welche Meisterleistung Titania mit diesem Werk vollbracht hat. Die Story hat viele Sprechteile, die in der Baker Street 221b geführt werden, wo eigentlich wenig Handlung in dem Sinne stattfindet, die man vertonen kann. Durch die absolut authentische Darstellung der Szenerie, das Rühren in einer Porzellantasse gefüllt mit Tee, leises Knistern im Kamin, Papier, welches in den Händen bewegt wird, all diese Geräusche sind perfekt aufeinander abgestimmt und so bildet sich ein plastisches Bild für den Zuhörer. Gleich zu Anfang überzeugt die geniale Gisela Fritsch mit ihrer Rolle als Mrs Mason,wie sie sehr glaubwürdig ihre Verzweiflung und Sorge als brave Hausdame zum Ausdruck bringt, Charles Rettinghaus brilliert als besorgter Familienvater, der zwischen Sorge um seine Familie und gleichzeitiger Hingabe und Abscheu gegen seine Frau und Ihre Taten schwankt. Joachim Tennstedt (bekannt u.a. als Deutscher Synchronsprecher von John Malkovich, Jim Belushi) als Sherlock Holmes und Detlef Bierstedt (Star Trek Fans erkennen ihn als die Synchronstimme von Will Riker, oder George Clooney) als Watson, überzeugen in ihren Rollen ebenfalls besonders. Sie harmonieren miteinander sehr gut und spielen sich gegenseitig die Bälle zu, ohne den anderen zu übertünchen. So kann man entspannt der latenten Hochnäsigkeit und Witz des Mr. Holmes lauschen und sich mit der Identifikationsfigur Watson gedanklich verbinden, der meist als Unwissender, nicht aber als Trottel dargestellt wird und sich aktiv an der Befragung der Klienten beteiligt. Und so ist es, dass wenn man die Story nicht kennt, bis zum Schluss nicht den gedanklichen Sprung zur Auflösung schafft. Insgesamt ist dies eine sehr gelungenes Titania Werk, welches sich eindeutig vom klassischen Hörspiel abhebt und Kino für die Ohren bietet.



2. Teil, Das gefleckte Band, Track 6-10.



Handlung:

Eines Morgens im April erwacht Watson um 07:15 Uhr, nachdem Sherlock Holmes, eigentlich ein Langschläfer, bereits vollständig gekleidet neben ihm steht. Der Grund dafür ist die junge Klientin Helen Stoner, die bereits aufgeregt vor Todesangst im Wohnzimmer wartet.

Sichtlich verängstigt und von den Vorgängen der Vergangenheit gezeichnet, schildert die Anfang 30 jährige Helen den Grund ihres Besuchs bei Holmes und Watson. Der Grund ist der mysteriöse Tod ihrer Zwillingsschwester Julia. Die beiden Schwestern lebten nach dem Tod ihrer Mutter, der vermögenden Witwe Stoner. auf dem heruntergewirtschafteten Familiensitz Stoke Moran, bei ihrem tyrannischen Stiefvater, Dr. Roylott, der durch seinen Jähzorn mit jedem Streit anfängt und zur Gewalttätigkeit neigt. Dr. Roylott, der zweite Ehemann von Helens und Julias Mutter, wurde zudem als Nachlassverwalter ihres Vermögens eingesetzt. Solange Julia und Helen bei ihm wohnten, sollte ihm eine jährliche Hohe Summe ausbezahlt werden. Im Falle einer Heirat der beiden Schwestern, sollte beiden eine gewisse Summe zur freien Verfügung stehen. Julia, die sich eigentlich in den Hochzeitsvorbereitungen befindet und sich dadurch für sich und Helen auf ein besseres Leben freut, erzählt ihrer Schwester von einem seltsamen pfeifenden Geräusch, welches sie des Nachts um 3 in ihrem Zimmer vernimmt. Kaum nachdem sie von diesem Geräusch erzählt hat, hört Helen ihre Schwester schreien und eilt ihr zur Hilfe. Julia, mit dem Tode ringend, kann nur noch die Worte herausbringen DAS BAND! DAS GEFLECKTE BAND! Und Helen vernimmt ebenfalls den mysteriösen Pfeifton... Da Helen selber ihre eigene Hochzeit plant, mittlerweile auch das uminöse Pfeifen hört und zu allem Überfluß noch aufgrund von Renovierungsarbeiten gezwungen ist in dem Todeszimmer ihrer Schwester zu nächtigen, befürchtet sie, sie könne das gleiche Schicksal wie Julia erleiden und lebt fortan in Todesangst.

Holmes und Watson entscheiden sich den Fall anzunehmen und beginnen mit den Vorbereitungen, noch am gleichen Tag die Reise nach Stoke Moran anzutreten.


Rezension:

Auch bei diesem Werk von Titania, war ich sehr überrascht, wie gut sie die Story originalgetreu erzählt haben, ohne sich dabei in Nebensächlichkeiten zu verstricken. Den ersten Kontakt mit Sherlock Holmes hatte ich bereits vor langer Zeit während meiner Schulzeit, in der wir im Unterricht die Adventures of Sherlock Holmes im Originaltext durchgenommen haben, wozu auch das gefleckte Band gehörte. Marc Gruppe und Stephan Bosenius haben es mit diesem Werk geschafft, einen stimmigen Plot zu kreieren, bei dem die Spannungskurve stetig steigt. Besonders hervorzuheben sind auch hier wieder die hochkarätigen Sprecher, die man von den Werken von Titania gewohnt ist. Arriane Borbach (Sprechenrin von Helen Stoner und u.a. bekannt als Synchronsprecherin von Uma Thurman), die in diesem Hörspiel eine große Rolle inne hat, gefällt mir besonders gut, wie sich mit ihrer einzigartigen Stimmfarbe die ängstliche, verzweifelte Helen Stone einspricht. Man erlebt ihre Rolle derart intensiv, dass man sich genau in ihre Gefühlswelt hineinversetzen kann. Rita Engelmann (und wieder werden sie Trekkies erkennen, nämlich als die Stimme von Beverly Crusher), die die liebevolle und zuversichtliche Rolle der Schwester Julia spricht, bringt Julias Tod so überzeugend rüber, dass ich fast fühlen konnte, wie ihr der Atem weg bleibt und sie anfängt zu röcheln. Heinz Ostermann übernimmt die Rolle des jähzornigen Dr. Roylott und spielt diese Rolle nicht minder überzeugend. All diese Merkmale sorgten dafür, dass ich beim entspannten Lauschen des Hörspiels so einige Gänsehautmomente hatte. Als bekennender Holmes Fan, und das darf gerne als Wink an Titania gelten, hätte ich nichts dagegen, wenn sie sich meinem absoluten Holmes Favoriten, Dem Hund von Baskerville annehmen würden 😉denn ich kenne einige Hörspiele aus der Holmes Reihe, auch von anderen Labels und aus früheren Produktionsjahren, aber bei keinem der mir bisher bekannten, ist die Gesamtwirkung so stimmig und so kann ich mit Sicherheit sagen, dass Titanias Rezept aus einem stimmigen Plot und hochkarätigen Sprechern wieder einmal aufgeht und kann damit eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Ein kleiner Hinweis noch am Rande, solltet ihr Interesse an diesem Hörspiel haben, so könnt ihr es auch in der Neuauflage erwerben, aus der Reihe Titania Sherlock Holmes Folge 10. Mit neuer Musik abgemischt aber mit den bekannten Sprechern sind dann zusätzliche/folgende Holmes Hörspiele enthalten: Der Vampir von Sussex / Das gefleckte Band / Der Fall Milverton / Der Teufelsfuß. 


jueves, 29 de junio de 2017

Gruselkabinett Folge 123: "Die Zeitmaschine"



Die Zeitmaschine
Autor: H.G. Wells
Label: Titania Medien
Genre: Hörspiel, Sci-Fi, Steampunk
Laufzeit: ca. 58 Minuten
Verfügbarkeit: CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5455-9

Klappentext:

1894 im viktorianischen England: Die beiden Gäste des Zeitreisenden staunen nicht schlecht, als der Wissenschaftler ihnen eröffnet, dass seiner Meinung nach, die Zeit lediglich die vierte Dimension darstellt und er selbst zudem eine Maschine konstruiert habe, mit der es zukünftig möglich sein soll, sich vor und zurück durch die Zeit zu bewegen! 

Handlung:

Den ungläubigen Zuhörern erzählt der Zeitreisende, eine Maschine entwickelt zu haben, mit der es möglich ist, durch Zeit und Raum zu reisen. Um seine Behauptung auch zu beweisen, begibt sich der Zeitreisende auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft und 'landet' im Jahr 802.701 und findet eine Welt vor, von zwei gegensätzlichen Lebensarten. Die Elois, die den Menschen der Vergangenheit gleichen und doch in sich ähnlich aussehen und im Tageslicht leben, sowie die im Untergrund lebenden Morlocks, eine, wie es scheint, sich zurückentwickelte, an Affen erinnernde Art, die, so der erste Anschein, den Elois dienen und diesen ein bequemes Leben ermöglichen. Der Zeitreisende trifft immer wieder auf Angst und Zurückweisungen, wenn er mehr über die Menschen der Zukunft erfahren will und stellt auch dabei fest, dass die Elois sich nur bei tageslicht bewegen und in der Dunkelheit sich ängstlich und ruhig verhalten.
Bei der Erforschung der Umgebung in der Zukunft, stellt sich jedoch heraus, dass nicht die Elois die herrschende Klasse sind, sondern die Morlocks, die den Elois ein angenehmes Leben ermöglichen, aber nur bis zu einem gewissen Alter, um sich dann von den Elois kanibalistisch zu ernähren.

Eine zarte Zuneigung entfacht sich zwischen dem Zeitreisenden und dem Mädchen der Elois Weena, doch als der Zeitreisende von den Morlocks angegriffen wird, flieht dieser mit seiner Zeitmaschine zurück in seine Zeit und wird dabei von den Zuhörern empfangen. Das Mitbringsel, was der Zeitreisende noch bei sich hat, eine Blume von Weena, ist in der victorianischen Zeit noch nicht bekannt und unter dem Beisein von Firby, reist der Zeitreisende mit einem Fotoautomaten noch einmal in die Zukunft...

Rezension:

Weiter geht es bei Titania Medien mit einer weiteren Romanvorlage von H.G. Wells. Die Zeitmaschine (The Time Machine) aus dem Jahr 1895 und legte mit der Sci-Fi Geschichte ebenso einen Grundstein zum Steampunk.

Sicherlich kennen viele die Verfilmung aus dem Jahr 1960 mit Rod Taylor als Zeitreisender und Yvette Mimieux, als Zugehörige der Eloi Weena und zugegeben, ich habe das erste Mal den Film in sehr jungen Jahren gesehen und mich vor den Morlocks total gefürchtet und deren Boshaftigkeit und Kanibalismus. Heute schaue ich mir immer noch gernde den Film an, auch wenn es mich dabei nicht mehr so gruselt, wie als Kind.
Eine weitere, markante Verfilmung wurde von H.G. Wells Urenkel, Simon Wells, im Jahr 2002 unter dem gleichnamigen Buchtitel "The Time Machine" veröffentlicht und war seinerzeit mit einem Oscar für das beste Make-Up nominiert, erhielt aber mehr schlechte Kritiken. Aber um die Filme geht es hier ja nicht, sondern um das Hörspiel.

Also: Ich mag ja mehr so das klassische Genre des Grusels und der Schauerromantik und weniger den Stil des Adventures und aufgrund der Vorlage und des Hörens wird das Steampunk-Element, wie bei anderen Hörspielen nicht so rausgearbetiet.

Ihr denkt wahrscheinlich, jetzt kommt eine eher negative Kritik?

Das Hörspiel ist AHHHHHH! Ich bin total begeistert von dem Hörspiel. Die Eingangsmusik, ja da habe ich nochmal zurückgeskipped und schon geht es auch los. Der Zeitreisende, der seine Zeitmaschine vorstellt und die blasierten, arroganten Snobs in ihrer Ungläubigkeit, bemannt mit diesem "Gerät" durch die Zeit reisen kann. Ja, sogar kleine Lästereien hinter vorgehaltener Hand wurden gekonnt gesetzt, wie man sie auch aus den Ausgaben von Sherlock Holmes, ebenfalls von Titania Medien, kennt. Genau so stellt man sich die gehobene, englische Klasse im victorianischen England vor. 
Sehr gut ist auch die bekannte Stimme von Marianne Mosa, die man ja oft in diversen Hörspielen hört, als Haushälterin des Zeitreisenden. Diese Stimmfärbung einer leicht demütigen Haushälterin, die aber ebenso an die Eigenheiten ihres Dienstherren schon gewohnt ist und eine gewisse Lässigkeit durchschimmern lässt. Eine Haltung, das die Haushälterin eigentlich nichts mehr erschüttern kann.

Und nun kommt ein Tipp von mir: Wenn der Zeireisende (eingesprochen von Sascha von Zambelly) seine Reise in die Zukunft startet, da wirklich am besten Kopfhörer aufsetzen und Euer "Soundausgabegerät" hochregulieren und die Augen schließen. Die dann einsetzende Musik und Geräuschkulisse, kurze Erklärung vom Zeitreisenden, zieht Euch wirklich mit in den Strudel der Zeitreise. Wahnsinn! Man möchte sich an liebsten irgendwo festhalten, so hat es zumindest mich regelrecht "mitgerissen".
Lasst einfach die Augen geschlossen und hört weiter gespannt der Ankunft in der Zukunft. Der Zeireisende, der auf die Elois trifft, die Verwunderung über deren Desinteresse an allem und eigentlich auch an die Menschen der Eloi. 
Vor dem geistigen Auge, wenn man jetzt nicht die Verfilmung versucht zu visualisieren, bilden sich die Wälder, Bäche und auch die androgynen Elois, die sich alle sehr ähnlich sind, Männer ganz ohne Bartwuchs und deren Naivität.

Sehr schön ist immer der Wechsel des Erzählstils, zwischen dem Erzähler und dem Zeitreisenden. Zum einen führt der Erzähler durch die Geschichte und wird durch den Zeitreisenden 'gespielt' und man bekommt auch den Zugang zu den Gedanken und Gefühlen über die menschliche Rasse der Elois in der Zukunft, sowie, etwas später über die Morlocks, die er anfänglich für die Arbeiterklasse hält, die im Dunklen und unter der Erde leben und den Elois am Sonnenlicht zu dienen haben. Ein schöner Anklang der Empörung, die Feststellung, dass auch Ausbeutung von Menschen in der Zukunft nach wie vor betrieben wird, bis es eben zur tatsächlichen Erkenntnis kommt, dass die Evolution eine andere Richtung genommen hat und nicht die Morlocks die dienende Klasse ist, sondern die Elois die Nahrungsgrundlage der Morlocks sind.

Herausragend ist die Leistung von Annina Braunmiller-Jest (die Sprecherin von Peaches aus Ice-Age, sowie Kristen Stewart aus den Verfilmungen von Twilight). Richtig schön und auch befremdlich spricht sie die Eloi 'Weena' ein und immer diese herrliche Naivität, um dann wieder den Wechsel zur Angst hin, wenn der Zeitreisende ihr immer bohrendere Fragen stellt und diesen kindlich ausweicht und flehentlich bittet, nicht immer zu fragen, sondern einfach so zu sein, wie die Elois, um dann wieder das zarte Gefühl der Liebe zum Zeitreisenden zuzulassen.

Ein wirkliches Happy-End gibt es in der Geschichte, wie auch in der Originalvorlage nicht, aber sie endet mit einem Gedanken an die Zuneigung, vielleicht auch Liebe...

Ein sehr gelungenes Adventure-Hörspiel, mit einer kleinen Prise Grusel versehen und toller Geräuschkulisse und exzellenten Sprechern, die diesmal, aufgrund der Vorlage, nur mit wenigern Sprechern auskommt. Marc Gruppe hat auch hier sein ganzes Können wieder unter Beweis gestellt, eine literarische Vorlage so umzuschreiben, dass alle wichtigen Elemente vorhanden sind und sich auch eng an die Ortsumschreibungen gehalten, wie man sie aus dem Buch (und/oder Film) kennt und auch das Cover der CD, illustriert von Ertugrul Edirne, verspricht. Ebenso hat Marc auch wieder einen Cameo für sich und ist einer der bösen Morlocks.

Die knappe Stunde vergeht richtig fix und ja, wenn der Endsatz läuft, dachte ich mir "Schade. Schon aus?!" hätte ja schon gerne weiter gehört, wie der Zeitreisende seine Zeit in der Zukunft verbringt... 😄

Oscars kann ich für das Hörspiel "Die Zeitmaschine" weder nominieren, noch verleihen, aber ich kann jedem meiner Leser eine Kauf/Downloadempfehlung ans Herz legen, wenn man literarische Klassiker als Hörspiel, mit der Technik von heute, was sicherlich für Wells eine Zeitreise gewesen wäre, gerne Ohrenkino liebt.

Und mit der Ausgabe 123 "Die Zeitmaschine", verabschiedet sich Titania Medien in eine kleine Sommerpause, um  ab dem 25. August 2017 mit einer weiteren Ausgabe von H.G Wells, aus dem Jahr 1898 und die Hörspieladaptation "Der Krieg der Welten" zu bescheren.

Vorschau auf Krieg der Welten ab August


Hörprobe: Die Zeitmaschine






viernes, 23 de junio de 2017

Ach, die Kerstin mal wieder....


Also meine schneckige Stalkerin hat sich mal wieder, wie kann es auch anders sein, mit einem Fake-Profil gemeldet. Und irgendwie finden wir das immer total lustig, weil sie sich der immer gleichen Sätze bedient. Und dann noch so unkreative Namen. "Leela". Also da haben wir dann Millie Flo, Marie Bunker, Kerstin... mit allen möglichen Endungen, Feenja und Leela und dann war da noch einer, der mir entfallen ist. War aber auch nicht sehr viel kreativer.

Sie begreift nicht, welches Kompliment sie mir damit macht, auch im vierten Monat, sich noch immer mit mir so intensiv zu beschäftigen. Ich glaube, das nennt man "Hirnficken" auf neudeutsch. Ich ficke also ihr Hirn seit bereits vier Monaten und natürlich die Zeit auch davor, wo sie mich mit ihren Lästereien gegen Heike Moreau, Tamara, Eva, ne andere Kerstin, Jutta,... immer wieder langweilte. Da mir aber schon länger klar war, wie die tickt, habe ich es ja auch mal Laufen lassen.

Aber jetzt... also sie sitzt nach wie vor da... denkt sich immer wieder neue Fake-Namen aus, zieht sich aus dem Netz ein Manga-Bildchen, bastelt ein Profil, bestätigt die Email, um es später wieder zu löschen, schreibt Leute an, in dieser Woche dann mal wieder meinen Co-Autor Matt, den sie in ihrem Wahn auch noch für mich hält, also er ist ich oder ich bin er und gegenüber anderen sind wir wieder nicht die gleiche Person (ich glaube, die blickt da selber nicht mehr so ganz durch, aber das ist ja auch bei magischen Denken nicht verwunderlich) und merkt gar nicht, wie lächerlich das ganze ist, weil es nicht nur Wasser auf meine Mühle ist, sondern ein regelrechter Feuerwehschlauch. Ich kenne wirklich keine, mir völlig fremde Person, die über so viele Monate hinweg, für mich so einen Einsatz gezeigt hat, was auch noch vollkommen plan- und ziellos ist. Und mit was die mir schon alles immer droht und ich, ich sitze da und lache die aus.

Ich sag ja, alles ist ziellos und fruchtet einfach nicht. Ok, sie hat von meinem Profil vier! Leute abgegriffen, die sie gerne haben kann. Die arbeitsscheue Bäuerin Eva, die sozialschmarotzende Claudia, die berentete Jutta und die regelsatzbeziehende Frauke. Also sie hat eine "Hausfrauenarmee", wie man wiederum in "RTL 2-Frauentausch-Sprech" sagen würde. Da nennt man dann die tauschenden Frauen Hausfrauen, die keiner geregelten Arbeit nachgehen, obwohl sie es könnten und sich lieber mit dem Regelsatz der Solidargemeinschaft durchfüttern lassen.

Ob allerdings die "Hausfrauen" noch immer begeistert sind, wenn dann der Roman "Jules & Nico" zum Abruf bereit steht, wo ja auch die ganzen runtergeladenen Chats Bestandteil der Story sind, wie sie Evchen ebenso nachgestellt hat, sie immer als "Merdeuse", "Goldgräberin" usw genannt hat, gegen Fraukes Äußerungen und Aussehen, wobei sie ja selber eigentlich mehr was von einem Panzer, als einer Gazelle hat (wobei wir sie auch scherzhaft, wegen dem quadratischen Gesicht "Frankensteins Braut ihre Fotze" nennen), Jutta immer wieder als senile, alte Hexe bezeichnet hat,... ja... ob diese dann noch immer ihre Titelbildchen liken  (ihre Tochter liked diese ja nicht, andere Leute irgendwie auch nicht, nicht mal Bono von U2, mit dem sie ja angeblich persönlich bekannt ist und einen Backstage-Pass zum kommenden Konzert in Paris hat). Also was ich so sehe, liken da nur Leute, die sie bei mir abgegriffen hat. Noch...

Jedenfalls habe ich herzhaft gelacht, als mein Co-Autor und Blog-Mitschreiber mir dann die Screenshots geschickt hat. Also ich habe wirklich Tränen gelacht, besonders bei den beiden Absätzen:

"... Denn so viel geistigen Dünnschiss, wie du von dir gibst, kann nur von Kerstin kommen, aus ihrem krankhaften, soziopathischen Hirn, wenn man das Hirn nennen kann, weil es eigentlich eine Beleidigung für ein so wertvolles Organ ist."
und die Schlußformulierung, wie auch ich es nicht hätte besser formulieren können:

"Also, falls du bis dahin noch nicht geplatzt bist, vollgefressen mit deinem Hass, der dir sogar aus deiner Fotze schleimt wie siffiger Teer, mach am besten den Kopf zu, denn da kommt nur Bullshit raus, den sowieso niemand interessiert."

Ich hätte da eventuell ein Tipp, der helfen könnte:




Ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Absatz ich an sie besser finde. Aber ich weiß schon, warum ich Matt als Co-Autor hinzugezogen habe, denn sein Wortwitz und treffenden Formulierungen, passen wunderbar in das Roman-Konzept.

Dann hatte ich gestern ein witziges Gefühl, was Matt bei mir auslöste. So kamen wir auch nochmal an die Rentnerin Jutta ran, die ja irgendwie auch in dem ganzen involviert ist und sich instrumentalisieren und manipulieren lässt und das, wo sie eigentlich recht belesen ist und sogar auf meiner Pinnwand von Kerstin doppelt beledigt wurde. Naja... jedenfalls erzählte mir Matt dann, dass die so verwirrt war, dass sie einen FB-Bekannten, der ein klassisches Konzert besucht hatte, mit Matt verwechselte, der eben KEIN klassisches Konzer besucht hatte.
Da fragte ich mich wirklich, wie oft Jutta wohl, mit dem Kopf voran, vom Zwetschgenbaum im eigenen Garten gestürzt sein muss, um:

einen Anfang 30jährigen brünetten Mann mit einen hellblonden Mann von Ende 40 zu verwechseln und dann noch vollkommen unterschiedliche Namen haben.

Ich weiß es nicht, Arzt bin ich ja nicht, aber ich vermute mal, so wie Jutta ja auch ihre Küchenpsychologie immer zum Besten gibt, dass das wohl der Beginn der zerebralen Verkalkung ist. Das würde auch irgendwie ihr gesamtes Verhalten in den letzten Monaten erklären.

Bei Evchen finde ich immer wieder lustig, dass sie mich per WhatsApp anschreibt, mal gurrend und da ich nicht reagiere, auch mal das übliche Beleidigende, wie seit Sommer 2016. Letzteres meist bei vorgerückter Stunde und gestiegenen Alkoholpegel, durch billigen Supermarktfusel. Wenn das aber wieder der rollende Panzer Kerstin erfährt, wird sie ganz sicher nicht begeistert sein, denn es stellt ja die Loyalität zu Frankensteins Braut infrage.

Und wenn Frankeinsteins Braut auch noch erfährt, dass mich eine ganze Menge Listenleute über das Kontaktformular kontaktieren, mich bei Planet finden und mich anschreiben, sowie über WhatsApp und Mail, dann sitzt die Frau mit ihrem enormen Übergewicht, den Hintern links und rechts vom Sitz überquellend vermutlich da und ärgert sich eine Schwindsucht an den Hals,  weil ich auf die vier Luschen, die ihr, wie Matt es ebenso treffend formulierte "die Stiefel lecken", regelrecht drauf scheisse.

Aber ich bin ja kein Unmensch und da sich Kerstin mit all ihren Fake-Profilen und Geschichten sich so viel Mühe mit mir gibt, habe ich auch mal ein wenig von meiner Zeit am Strand abgeknapst, um Dir, "liebe" Kerstin, was zu basteln. Ich hoffe, es gefällt Dir und Du verstehst, wie das Rebus zu verstehen ist. Ich meine, Du bist ja ein schlauer Fleischberg. Zumindest hälst Du Dich ja immer dafür. Ich hingegen fand Dich ja immer gewöhnlich, irgendwie so aus der Düsseldorfer Gosse. Garath könnte ich mir bei Dir gut vorstellen.

Na wie auch immer....Mir kam jedenfalls die Idee dazu, als ich auf dem Herrenklo mir die Hände gewaschen habe, nachdem ich... naja Du weißt schon... wo Eva so drauf abfährt... , in der Hand hatte.

Also ich finde es recht gelungen. Ok, ich hätte mir etwas mehr Mühe geben können und die Schrift etwas dem Foto anpassen können, aber ich wollte ja nicht übertreiben, denn der Strand ruft.

Ok Tönnchen... bis demnächst mal wieder... Grüß mir Deine Katzen und Capbreton. Vielleicht sehe ich Dich ja auf dem Fête de Bayonne. Aber vermutlich eher nicht. Ich bin dann der mit dem weißen Shirt und dem roten Halstuch... 

Ach ja...und wie Matt Dir ja auch schon in Chatmail mit Deinem Fakeprofil Leela schrieb, also man kann im Internet IP Adressen ermitteln. So weiß ich auch, als Bloginhaber, dass Du bereits 1258 Mal meinen Blog aufgerufen hast.



😛


jueves, 8 de junio de 2017

"Department 19 - Die Mission" von Will Hill




Department 19
Autorin: Will Hill
Label: Bastei Lübbe
Genre: Jugendroman / Fantasy / Grusel / Thriller
Verfügbarkeit: Paperback / eBook / Hörbuch
ISBN: 13 978-3785760802
Preis: € 9,99 (Buch) € 8,49 (eBook) €13,99 (Hörbuch)


Klappentext:

Ein Hüne namens Frankenstein verschleppt den nichts ahnenden Jamie an den geheimsten Ort Großbritanniens: das Department 19, verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham Van Helsing, dem Bezwinger von Dracula. Mit der Hilfe des Departments muss Jamie seine Mutter vor einem grauenhaften Vampir retten – während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann ...

Rezension:

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten und dessen Nachfahren...

Na klar hat mich beim Stöbern das Cover interessiert, Klappentext gelesen und für lesenswert gefunden. Also bei meiner Stipvisite mal eben die Serie bei Thalia gekauft und mit Payback-Punkten bezahlt 😂 und den Kauf nicht bereut.

Angelegt ist die Geschichte auf Jugend-Thriller, wobei einige Passagen schon recht brutal und auch blutig sind. Darum also, für die doch sehr jungen Horror-Fans, besser noch ein bisschen warten.

Der erste Teil ist in eine Art zwei Teile gegliedert; so beginnt die Geschichte mit dem 16jährigen Jamie Carpenter im Jahr 2012 und dem Tod seines Vaters und ebenso gibt es dann die Rückblicke ins 19 Jahrhundert, wie es zur Gründung des Department 19 kam und da gelingt Will Hill ein interessanter Coup, denn hier kommen die Charaktere aus Bram Stokers Dracula als alte Bekannte wieder.
So Professor Abraham van Helsing, wie man ihn eben kennt als Jäger der Vampire und Kämpfer des Bösen, ebenso Jonathan Harker, der Mann von Mina Murray, der in Transilvanien auf der Burg gefangen gehalten war, Dr. Seward, Arzt und Leiter der örtlichen Nervenheilanstalt und die weiteren Hochzeitskandidaten von Lucy Westenra, die seinerzeit Graf Dracula von England zurück nach Transilvanien verfolgt haben. Ebenso ist auch Bram Stoker in der Geschichte mit verwoben, als Nachtmanager und Trunkenbold eines Vaudeville in London, der Professor um Hilfe bittet, als eine beliebte Revue-Tänzerin aus dem Varietée verschwindet, sowie weitere Personen des Ensembles.

Auf Aufforderung des britischen Premierministers, der van Helsing bittet, weiter gegen die böse Saat zu kämpfen, die Graf Dracula in England hinterlassen hat.

Im Jahr 2012 ist der jugendliche Jamie Carpenter die Hauptfigur, die miterleben muss, wie sie von etwas Bösem angegriffen wird und sein Vater erschossen wird. Als Halbwaise zieht er mit seiner Mutter von Ort zu Ort, aufgrund seiner traumatischen Erlebnisse ist er der Außenseiter in der Schule und ist meist unfrewillig im Ärger verwickelt. Jedes Mal wenn es zu Problemen kommt, zieht seine Mutter mit ihm um, bis zu dem Abend, wo sich Jamie und seine Mutter gegen einen Angriff wehren müssen, wobei Jamie gerettet wird, jedoch seine Mutter in dem Tumult im Kampf mit Andreu verschwindet.
Der Unbekannte, der Jamie rettet, nimmt diesen erstmal mit, nachdem Jamie vor lauter Grauen in Ohnmacht gefallen ist, als er gesehen hat, wer ihn da gerettet hat.
Auf einer langen Fahrt, durch einen immer dichter werdenden Wald, kommt Jamie zu sich und sieht sich wieder mit seinem unheimlichen Erreter konfrontiert, der eher wortkarg das Auto steuert, für Jamie mit einem unbekannten Ziel.
Gerettet wurde er von keinem Geringeren, als dem Monster von Victor Frankenstein, der sich jetzt, zum Gedenken an an seinem Schöpfer ebenso Victor Frankenstein nennt und Mitglied des Department 19 ist.
Nachdem Jamie auf der Basis von Department 19 von einem Mädchen angegriffen wird, die er vor wenigen Stunden noch gesehen hat und nun als Gefangene in einem UV-Gefängnis als Geisel genommen wurde, eröffnet ihm Frankenstein, dass einer seiner Vorfahren von Jamie ihn gerettet hat und als Dank sich loyal den Carpenters verpflichtet hat und so schützt und beschützt er ebenso Jamie, der ein Nachfahre der Gründungsmitglieder des geheimen Department 19 ist und das das Department als Einheit ím Kampf gegen das Böse ist, wie Vampire, Werwölfe,...

Jamie, als belesener und cleverer Junge stellt viele Aussagen in Zweifel, so auch Frankenstein und konfrontiert das Monster mit dem Roman und Weltbestseller von Mary Shelly "Frankenstein oder Der moderne Prometheus", was das Monster mit "... das dumme Mädchen, was meinen Schmerz und Kummer niederschrieb..." kommentiert.

In seiner Sorge von seiner verschollenen Mutter, die, wie er von dem gefangenen Mädchen erfährt, von einem mächtigen Vampir entführt wurde, macht sich Jamie Carpenter, der in einigen Jahren eine Mitgliedschaft im Department 19 angeboten bekommen hätte, macht sich nun mit dem Monster Victor Frankenstein auf eine gefährliche Verfolgung des Vampirs, um das einzige wiederzufinden, was ihm lieb ist. Seine Mutter.

Alles in Allem ein wirklich gelungener Serienauftakt, zwischen mythischen Figuren, dem viktorianischen England, durch die Rückblicke und die Moderne im Heute und eine fast schon futuristische, geheime Basis in den tiefen der Wälder, die auch, um Neugierige fernzuhalten, mit Projektionsillusionen arbeitet.

Tolle Mischung aus Abenteuer, Grusel, Horror, eine Prise Splatter und Action und natürlich auch Schauerromantik, denn Jamie hat mit seinen 16 Jahren natürlich auch eine Pubertät und verliebt sich in ein Geschöpf der Dunkelheit, die ihm immer wieder hilft, aber ebenso eine tödliche Gefahr für ihn ist, denn Wiederkehrer haben nicht unbedingt ein Gewissen....

Der Stil ist flüßig und gut geschrieben, der Plot ist aus meiner Sicht stimmig, auch wenn, gerade die Basis, sehr futuristisch ist, was andere Rezensenten als Unglaubwürdig halten, aber in einem Fantasy-Thriller erwarte ich jetzt nicht, dass alles so bereits erfunden und vorhanden ist. Von daher, habe ich mich über 469 Seiten gut unterhalten und manchmal weit nach Mitternacht gelesen. Und ja, ich fruee mich schon auf Band 2 und Band 3, wo Ihr dann auch die Rezi hier lesen könnt.

Ein Minuspunkt gibt es dennoch von mir und das hat gar nichts mit der Geschichte oder dem Plot zu tun, sondern geht ganz klar an den Verlag. Auch wenn Bastei Lübbe für die "Groschenromane" und "Trivialliteratur" bekannt ist, besser auch bekannt als "Schund", wenn diese in ihrer Buchsparte etwas mehr Sorgfalt im Lektorat und Korrektorat, bevor sie die Druckfahne in den Druck geben, denn es scheint mittlerweile bei den Verlagen zur Unart geworden zu sein, hier auch nicht die Geschichte und den Autor zu würdigen, sondern auch die Leserinnen und Leser immer wieder auf eine harte Probe stellen. Bei Department 19 hält es sich zwar noch in Grenzen, aber falsch geschriebene (falsche Autokorrektur?), sowie das Fehlen von Wörtern hemmt da manchmal die Leselust, weil man dann schon die Abschnitt mehrmals lesen muss, um den Sinn zu erfassen. Schade eigentlich und durch Erfahrung weiß ich, dass auch die eBook-Version nicht viel besser korrigiert wurde.

Zum Autor:

Will Hill arbeitete mehrere Jahre im Verlagswesen, bevor er seinen Job hinschmiss, um sich ganz dem Projekt Department 19 widmen zu können. Er wuchs im Nordosten Englands auf, einer Gegend, die völlig von Vampir-Mythologie durchdrungen ist – Legenden von unwiderstehlicher Anziehungskraft für den jungen Will! All seine Faszination für das Thema spürt man in seinem hoch gelobten Debüt, das in England für große Begeisterung sorgte. Heute lebt Will Hill mit seiner Freundin in London,...
Quelle: Bastei Lübbe

Folgeromane:

Teil 2: Department 19 - Das Gefecht

Teil 3: Department 19 - Die Wiederkehr




miércoles, 7 de junio de 2017

Gruselkabinett Folge 120/121: "Der Unsichtbare"




Der Unsichtbare
Autor: H.G. Wells
Label: Titania Medien
Genre: Hörspiel, Scientific Romance
Laufzeit: ca. 130Minuten
Verfügbarkeit: 2 CD im Schuber/ Download
ISBN: 978-3-7857-5448-1


Klappentext:

CD 1:


West-Sussex 1896: Während ein heftiger Schneesturm tobt, bezieht ein mysteriöser Mann mit bandagiertem Gesicht ein Zimmer im Gasthof des beschaulichen Örtchens Iping. Schnell wird der Fremde zum Gesprächsthema an dem kleinen Ort, vor allem, als seine Koffer ankommen und er mit chemischen Experimenten beginnt, die ihn den Wirtsleuten und Dorfbewohnern schnell nur noch unheimlicher erscheinen lassen... 


CD 2:

Es gelingt Thomas Marvel, dem Unsichtbaren unter beträchtlichen Mühen zu entkommen. Dieser dringt daraufhin in ein Landhaus ein und erlebt dort auf der Suche nach einem neuen Gehilfen eine große Überraschung... 



Handlung:

Bei der Entdeckung einer chemischen Formel, die weiße Sachen unsichtbar machen kann und bei der Feststellung des Selbstversuch, dass dieser Vorgang nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, flieht der Wissenschaftler Griffin aufs Land. Vollständig in Verbände gehüllt erregt er die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Durch seine Fähigkeit, kommt es zum moralischen Verfall, wie Diebstahl, Brandstiftung und sogar vor Mord schreckt der Unsichtbare nicht mehr zurück. Die Jagd auf den "Unsichtbaren" beginnt...

Rezension:

Bei der Überlegung, wie ich die Rezension des Hörspiels des bekannten und mehrfach verfilmten und in TV-Serien aufgegriffenen Themas beginne, fiel mir eine Ankündigung und ein Interview in einem spanischen Radiosender vor wenigen Wochen ein, wo die Show eines Illusionisten angekündigt wurde und mit einem Interview untermauert und so fragte einer der drei Moderatoren, wenn es tatsächliche Magie geben würde, was sich der Illusionist wünschen würde. Einer der Moderatoren äußerte sich ebenfalls dazu und wünschte sich die Fähigkeit, bei Bedarf, unsichtbar zu werden. Der Illusionist meinte daraufhin ganz lakonisch: "Wer sich Unsichtbarkeit wünscht, hat meist eine kriminelle Absicht."

Ich habe mich auf das Hörspiel schon in der Vorschau sehr gefreut, denn auch hier war mir Buch und diverse Filme bekannt, sowie die Serie "The Invisble" aus den 7oern, die ja ebenso das Thema aufgreift.

Das Hörspiel beginnt direkt mit dem Reinstürmen in das Gästehaus, also die Spannung ist direkt zu Beginn des Hörspiels und fing mich sofort ein, denn das anfängliche Mitgefühl der Inhaberin des Gästehauses und die Mutmaßungen, ob der so stark verbandagierte Gast einen schweren Unfall hatte, ja später sogar der Verdacht, es handele sich um einen Schwarzen, der seine Hautfarbe mit den Bandagen verbirgt, gefolgt dann von der Neugier der Inhaberin, ihren Gast schon auf penetrante und aufdringliche Art und Weise zu nerven, um hinter das Geheimnis zu kommen, ihn in eigentlich unsinnige Gespräche zu verwickeln, einen "Uhrmacher" ins Zimmer zu schicken, der die Wanduhr reparieren soll, die aber gar nicht kaputt ist,... Puh... also man möchte der lästigen und vertratschten Inhaberin so richtig die Meinung geigen, was aber "der Unsichtbare" macht, indem er ihr immer wieder Grenzen aufzeigt. Wirklich toll eingesprochene Dialoge, wie man sich eben eine neugierige Tratschtante aus einem eher ruhigen Nest so vorstellt.

Auch mit Simon Böer als "der Unsichtbare" Wissenschaftler Griffin, zwischen der Tragik seines misslungenen Selbstversuch, die Verzweiflung, etwas zu finden, was den Vorgang wieder rückgängig macht und die phasenweise Gemeinheit eines Wissenschaftlers, erzählt im Rückblick mit einer Nachbarin, die ihre Katze sucht, setzt er richtig gut um, besonders seine Abweisungen gegenüber Menschen, die Griffin zu sehr auf die Pelle rücken.
Man pendelt so hin und her zwischen Mitgefühl für Griffin und sein erlittenes Dilemma und ebenso Ablehnung, für seine Skrupellosigkeit und das macht auch die Spannung, rund um die Geschichte aus, denn man hofft und wünscht sich ein gutes Ende, ebenso, dass man ihm einfach die Ruhe lässt, die er benötoigt.

Eingebettet ist die Geschichte von H.G. Wells wieder in die für Hörspiele von Titania-Medien in einer tollen Geräuschkulisse und eine stimmige Untermalung von Musik und durch die Doppel-CD, mit schönen 130 Minuten Spielzeit wurden auch keine wichtigen Elemente rausgeschnitten, sondern ein perfektes Hörspiel-Adaptation des Buches.

Schon bei der Vorankündigung habe ich hier und da in sozialen Netzwerken mitbekommen, dass manche Hörer und Fans etwas enttäuscht sind, von den Ausgaben im Jahr 2017, da die letzten Folgen nicht mehr die klassische Schauerromantik aufgreifen und auch wenn "Der Unsichtbare" keine Spukgeschichte ist, sondern dem Genre der Scientific Romance, ein Vorläufer des bekannten Sci-Fi-Genre, so kann man auch die Umsetzung des Hörspiels vielleicht nicht dem Grusel zuordnen, aber Freunde des gepflegte Horrors werden sich dennoch über das Hörspiel freuen, auch wenn die Richtung in eine andere Richtung geht, als die vorläufigen Folgen.

"Der Unsichtbare" ist im übrigen auf der Bestsellerliste der Hörbücher/Hörspiele auf Platz 13 in der ersten Woche eingestiegen.






martes, 30 de mayo de 2017

EFFEKT "Wer wir sind"



Effekt "Wie wir sind"
Label: 41065 Musikverlag /Cargo Records
Genre: Deutsch Rock/Pop
Laufzeit: 11 Tracks
Verfügbarkeit: CD / Download
Veröffentlichung: 19. August 2016


Tracks:

01. Eiskönigin
02. Sinn
03. Gedankenlos
04. Funken im Kopf
05. Allein
06. Ich bleib ich
07. Eistauchen
08. Interstellar
09. Der Sonne hinterher
10. Leuchtturm
11. Erinner Dich zurück

Rezension:


Fünf Jungs aus Giessen, Robin Jäger, Tim Lange, Georg Velten, Janosch Wingefeld, Florian Diehl, gegründet im Oktober 2011, kamen mit noch echten Gitarren, Schlagzeug, Keyboard auf die Bühne. Da war dann meine Neugier geweckt, obwohl ich eigentlich im Begriff war, wieder zu gehen. Naja Ok, den ersten Titel kann man sich ja mal anhören... erfahrungsgemäß weiß man aber, dass aus Giessen selten schlechte Musik kommt, wie man durch vergangene Festivals wie "Hessen rockt" weiß oder auch bekannte Bands wie "Juli" oder "Tent".

Nach dem Einsetzen der Musik, stieß dann auch der Sänger auf die Bühne, ein kleiner Wirbelwind und rockte am sonnigen und heißen, frühen Nachmittag ganz die Showbühne und Zuschauer mit umwerfenden Charme und Symapthie, dass aus dem nur einen Song, den ich hören wollte, dann der ganze Auftritt war. Von Song zu Song gefielen mir die Lieder immer besser, auch das Line-Up war gut ausgewählt, mit einer guten Mischung aus schnelleren und langsameren Liedern, um zum Schluß nochmal ein Feuerwerk mit rockigeren Nummern abzubrennen.

Es tut mal wieder unendlich gut, Live-Musik zu hören und Jungs, die ihre Musikinstrumente auch beherrschen können. Ja, es gibt tatsächlich noch Menschen, die nicht ihre Musik am Computer herstellen oder einfach nur fremd produzierte Songs interpretieren, sondern ein echtes Schlagzeug, E-Gitarren, Akkustik-Gitaren, Keyboard/Klavier und Gesang und das alles Live und selbstkomponierten und geschriebenen Liedern.

Schöner, solider Deutsch-Rock/Pop mit einer Tendenz zum Alternative-Pop, von den Texten her, wie fast alle Songs, meist um die "Schönste Sache der Welt" - die Liebe, entweder die bevorstehende, die gerade gelebte oder auch die, die vorbei sein könnte oder eben die Frage, ob diese Liebe einen Sinn macht, wie in dem Titel "Sinn". Ebenso drehen sich die Songs um das Leben und die Leichtigkeit der jungen Generation.

Vergleichen? Kann man EFFEKT vergleichen? Ja könnte man. Man könnte Parallelen zu den Songs und dem Stil von Juli ziehen oder auch diverse andere deutsche Künstler, die auch deutsch singen. Wie gesagt, man könnte; muss man aber nicht und braucht man auch nicht, denn EFFEKT hat schon seinen eigenen Stil, was die Musik betrifft und auch den Gesang und die Klangfarbe der Stimme von Robin, was sich aber auch aufgrund der unterschiedlichen Stücke sehr gut in die deutschsprachigen Fetivals einbettet.

Mir hat der Auftritt richtig gut gefallen und auch die gespielten Songs. Persönlich fand ich etwas schade, dass sie ihren Auftritt gegen 14:00 Uhr hatten und es auch nach einem morgendlichen, leichten Gewitter wieder ziemlich drückend und heiß war, dass der Auftritt nicht sehr viel später stattgefunden hat, denn ich kann mir gut vorstellen, so wie Band die Leute auch mitgenommen hat, wäre es bei einer etwas kühleren Witterung sicher noch besser geworden und es zu den Songs entsprechende Lichteffekte gegeben hätte. Aber gut. Eine Demo und Straßenfest ist nun mal kein Konzert, wo nur eine Band im Mittelpunkt steht.

Zum Ende des Auftritts von EFFEKT, auf dem Düsseldorfer CSD 2017, lud die Band Interessenten an die Seite der Bühne ein, wo auch der Veranstalter seine Zelte aufgeschlagen hat, für Autogramme oder eben den Erwerb der CD. Bei mir war der Wiederstand zwecklos und freute mich auch über die Info, dass sie die CD's auch anbieten, denn ich hatte mal wieder die leise Befürchtung, dass es am Ende doch nur eine reine Live-Band sei und es die Lieder entweder gar nicht zum Kauf gibt oder über ein mir völlig fremdes und kompliziertes Download-Portal, mit noch seltsameren Bezahlmethoden. 😏

Aber keine Sorge, meine lieben Follower, es gibt auch eine physische CD und bei den üblichen Verdächtigen kann man auch die Songs oder das ganze Album runterladen.

CD kommt mit Songbooks, Infos, paar Bilder schlicht, aber völlig ausreichend für eine Newcomer-Band daher, die gar nicht so Newcomer sind, wenn man auf das Gründungsjahr schaut.

Die CD beinhaltet alle gespielten Songs in bester Qualität und gut abgemischt und ausgesteuert und ja, ich habe alle Lieder gerne nochmal angehört und werden mich auf MP3-Player sicher durch den Sommer begleiten und darüber hinaus, da die Songs zeitlos sind und man sie sich immer wieder anhören kann und das ganz ohne zu skippen.

Meine Lieblingssongs habe ich auch schon gefunden, dass wären die Tracks "der Kälte" wie ich sie gerne nenne, nämlich die Titel "Eiskönigin" und "Eistauchen".

Wer also ein Sommeralbum für lauschige Sommernächte, Autotouren (am besten mit dem Cabrio), etc benötigt, wird mit den Songs von EFFEKT mehr als bedient und zufrieden sein. Und alle anderen natürlich auch.

Bonne continuation!




Bevorstehende Live-Auftritte:


24.06.2017 // Courage Festival / Kleve

01.07.2017 // Private Feier // Gießen

08.07.2017 // Christopher Street Day // Köln

29.07.2017 // Christopher Street Day // Siegen

05.08.17 // Vereinsfeier // Wettenberg

Wer jetzt mehr über EFFEKT erfahren möchte oder auch mal in die Songs reinhören möchte, kann das hier tun:




Meine persönlich signierte CD von EFFEKT "Wer wir sind"



Gruselkabinett Folge 122: "Die Insel des Dr. Moreau"






Die Insel des Dr. Moreau
Autor: H.G. Wells
Label: Titania Medien
Genre: Hörspiel, Sci-Fi, Horror, Abenteuer
Laufzeit: ca. 60 Minuten
Verfügbarkeit: CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5451-1

Klappentext:


Im Jahr 1896 wird der Schiffbrüchige Engländer Edward Prendick von einem Schiff aufgenommen, das einen gewissen Montgomery mit seinem grotesken Diener M’ling und eine Ladung verschiedener Tiere auf die geheimnisvolle Insel von Dr. Moreau bringen soll. Moreau ist für Edward Prendick beileibe kein Unbekannter, immerhin hat auch er einen wissenschaftlichen Hintergrund... 




Handlung:

Durch einen Schiffbruch gelangt der englische Privatier Prendick auf an Bord eines Schoners, der mit einer Ladung Tiere eine Insel ansteuert, wird jedoch erneut ausgesetzt, da es keinen Platz auf der Insel für ihn gibt. Vielleicht getrieben durch sein Gewissen, rettet er Prendrick doch und nimmt ihn mit auf die Insel, auf der sich ein Labor und eine Forschungsstation befindet. Beides darf Prendrick jedoch nicht betreten.

Schrittweise kommt Prendrick dem Geheimnis auf der Spur, was auf der Insel vor sich geht und welche Absichten Dr. Moreau hat, der in seinem Labor Tiere viviseziert.

Fluchtartig verlässt Edward Prendrick seine Unterkunft und läuft ziellos auf der Insel umher und macht dabei eine grausige Entdeckung. Dr. Moreau schafft auf der Insel Mischwesen aus Tieren und Menschen - Chimären.

Rezension:

Ich kenne eigentlich niemanden, der "Die Insel von Dr. Moreau" (OT: The Island of Dr. Moreau) von H.G. Wells, aus dem Jahr 1896 nicht kennt. Entweder als Buch, zB. die Übersetzung aus dem Jahr 1904 oder 1996, erneut erschienen im dtv Verlag oder als Hörbuch, aus dem Jahr 2007, erzählt von Torsten Michaelis, aus dem Düsseldorfer Verlag Patmos.
Wer es als Buch nicht gelesen/gehört hat, kennt aber dann wiederum die Film-Adaptationen:
So der Klassiker aus dem Jahr 1932, mit einem Auftritt von Bela Lugosi als Affenmensch, die bekannteste filmische Umsetzung mit Burt Lancaster und Michael York aus dem Jahr 1977 oder die nicht mehr ganz so neue Neuverfilmung mit Val Kilmer und Marlon Brando als Dr. Moreau, mit dem veränderten Filmtitel "D.N.A. - Experiment des Wahnsinns", aus dem Jahr 1996.

Ändert aber nichts daran, dass mir der Plot, weder als Buch, noch die diversen Verfilmungen gefallen haben. Vielleicht aus dem Grund, dass sich hier der Mensch gottähnlich über den Tier stellt und diese zu "besseren" Menschen mit animalischen Fähigkeiten gemacht werden sollen und auch mit Regeln und Gesetzen vermenschlicht werden sollen, was aber am Ende gründlich schief geht.

Auch wenn ich, wegen dem Plot nicht viel abgewinnen kann, so hat Titania-Medien es doch geschafft, mich an das Hörpsiel zu fesseln, nicht nur wegen der hier geschriebenen Rezension.

Beeindruckt bin ich immer wieder aufs Neue, wie Marc Gruppe es mit Bravour hinbekommt, ein Roman so unzuschreiben, ohne den Inhalt so sehr zu verändern und doch die spannenden Momente der Vorlage in die Geschichte drum herum so einzubetten, dass die Geschichte wieder in sich stimmig ist. So wird auch der Erzähler, der Neffe Prendricks, der aus der Ich-Perspektive erzählt, wie auch in dem Buch, sehr gut aufgegriffen und konsequent umgesetzt, der zwischen dem Hörspiel bestimmte Situationen erklärt, ohne dass man den Eindruck gewinnt, dass das Hörspiel dadurch unterbrochen wird.

Ebenso wird wieder auf professionelle Sprecher gesetzt, die der Geschichte eine dichte Atmosphäre geben. So gibt Louis Friedmann Thiele als Edward Prendrick alles und legt seine ganzen Emotionen in die Stimme, zwischen Erschöpfung, Resignation, Angst, Trotz und Entsetzen, über das, was er schrittweise rausfindet. Selbst dieses leichte Beben in der Stimme, aufgrund der Hitze auf der tropischen Insel, man "hört" ihn schwitzen und die feuchtwarme Wärme der Insel, gut untermalt mit Zikadengeräuschen. Die Atmosphäre flimmert richtig aus dem Lautsprecher.

Ebenso die markerschütternden Schreie bei der Wandlung von Tier zum Mensch. Diese Stimmlagen zwischen Mensch und Tier und selbst wo Prendrick auf das Tiervolk trifft, die ihn als "Fünf-Finger" bezeichnen; dieses "animalische" Sprechen, was man als Hörer sehr gut verstehen kann, aber die Schwierigkeit, für ein Tier zu sprechen und die späteren Erklärungen von Dr. Moreau, gesprochen von  Lutz Riedel, schön arrogant mit dem Hang zum Wahnsinnigen und erzählt aber seine Beweggründe, warum er die Tiere vermenschlicht, ja man nimmt es ihm ab und erzählt seine ersten Experimente so plastisch, als habe er höchstpersönlich die Experimente durchgeführt.

Eine sehr gelungene Dialogregie von Marc Gruppe und Stephan Bosenius; hier hat sich auch Marc Gruppe einen Cameo-Auftritt als Puma gegönnt und da ich finde, das auch er eine gute Sprecherstimme hat, wer weiß, vielleicht wird er auch mal eine größere Sprechrolle in Zukunft übernehmen...

Wer jetzt aber, aufgrund der Wandlungen von Tier zum Menschen, was ja gerne für Gruselhörspiele (und auch Filme), meist jedoch durch unbewusste, sondern genetische Veranlagung, wie in "Katzenmenschen" oder "American Werwolf" erwartet, denn hier werden die Wandlungen ja bewusst durch Experimente herbeigeführt oder Ähnliches wie "Im Bann der Monsterspinne" oder "Die Nacht der Todesratte" von Europa von H.G. Francis, sollte das bei "Die Insel des Dr. Moreaus" nicht erwarten, denn hier sind nicht eine neugierige Reportage oder eine unfrewillige Laborassistentin die Erzählerin, sondern ein Ahnungsloser, der in einen schieren Albtraum aus menschlichen Größenwahn unfreiwllig hereingezogen wird, aus dem fast kein entrinnen gibt und die tiefsitzende Angst, selbst Teil des Experiments zu werden.

Aufgrund der Komplexität der Geschichte und die gruselige Umsetzung, würde ich hier das Alter schon auf über 14 Jahre setzen, wie es auch Titania-Medien empfiehlt und eher für kleinere, junge Erwachsene, als ungeeignet einstufen.

Eine Hörprobe gibt es natürlich auch: Die Insel des Dr. Moreau



Und so beende ich diese Rezension mit dem von Dr. Moreau auferzwungenen Mantra an seine gewandelten Tiermenschen:


Du sollst nicht auf allen vieren gehen - So ist das Gesetz

Du sollst nicht Wasser aus dem Fluss schlürfen - So ist das Gesetz


Du sollst weder Fleisch noch Fisch essen - So ist das Gesetz

Sind wir nicht Menschen?

Niemand entkommt seiner Strafe. Niemand!