lunes, 29 de abril de 2019

Gruselkabinett Folge 146: Der rote Raum



Der rote Raum

Autor: H.G. Wells
Label: Titania Medien
Genre: Geistergeschichte
Laufzeit: ca. 60 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5946-2


Klappentext:

Was geht vor sich in dem berüchtigten roten Raum eines Schlosses, in dem noch niemand eine ganze Nacht ausgehalten hat, ohne dem Wahnsinn zu verfallen? Ein mutiger junger Mann will gegen den ausdrücklichen Rat der alten Dienstboten, dem Spuk mit modernster Technik, einem Phonographen, zu Leibe rücken und riskiert damit seinen Verstand und sein Leben…


Handlung:

England im Jahre 1899: Welche Geister treiben ihre Unwesen in dem roten Raum des Schloss Lorraine? Angstreif und mutig bittet Simon Price um eine Übernachtung in dem Schloss und in dem sagenumwobenen roten Raum und glaubt nicht daran, die Nacht nicht zu überleben. Auch die Warnungen der Herzogin, sowie der Dienstboten halten Simon nicht davon ab, dennoch dem Raum den Schrecken zu nehmen. Doch schon die ersten Minuten in dem roten Raum lassen ihn mehr als nur frösteln...

Rezension:

Ein Schloss, eine Herzogin als Schlossbesitzerin und kauzige Dienstboten, ein geheimnisvolles Zimmer und ein mutiger Mann. Das sind die klassischen Zutaten vieler Geistergeschichten.

"Der rote Raum", eine schaurige Kurzgeschichte von H.G. Wells, in Neuauflage erschienen in der Anthologie "H.P. Lovecrafts Biblothek des Schreckens" ISBN: 978-3-86552-088-3.

Ein schönes, schauriges Hörspiel, was wunderbar in die Reihe "Gruselkabinett" was schon ohne Umschweife beginnt zwischen dem Gespräch der Herzogin und Simon Price, der um die Übernachtung bittet und dem Geheimnisch auf die Spur zu kommen. 
Nach der Ankunft, herrlich die drei Bediensteten. So richtig schon skurril, natürlich mit dabei Dagmar von Kurmin mit ihrer herrlichen Stimme.

Anfangs denkt man, es ist ein reines Kammerspiel, was es auch ist, denn der Hauptteil des Hörspiels basiert auf den Erzählungen der Gefühle, Eindrücke und zunehmenden Ängste, die der Protagonist Simon dem Hörer erzählt, somit kommt das Hörspiel auch ganz ohne Erzähler aus.

Im letzten Schlußakt, kommen nochmals die Dienstboten zu Wort, als sie am folgenden Morgen Simon Price blutend auf dem Boden vorfinden.

Das Hörspiel zeichnet sich durch die intensive Erzählungen des Protagonisten aus, der den Weg durch das Schloss und besonders den roten Raum sehr intensiv und facettenreich wiedergibt, dass man ihn sich vor dem geistigen Auge vorstellt und das macht Valentin Stroh als Sprecher sehr gut und hat auch bei mir funktioniert, dass der Raum in meiner Phantasie "gestalt" annahm.

Schöne, herrliche schaurige Geräuschkulissen untermalen die Erzählungen und Eindrücke und man fiebert die ganze Zeit mit, was wohl als Nächstes geschieht, doch es bleibt alles im Bereich des Suspense und der Grusel ist mehr subtil. Ist da was? Ist da nichts? Einbildung vielleicht? Ja, man fühlt sich selbst daran erinnert, wenn man sich mal in einem verlassenen Gebäude aufhält und meint, Dinge wahrzunehmen und so erweckt das Hörspiel hier und da die inneren Ängste eines alten Gebäudes; eines schön eingerichteten Zimmers, was ein Geheimnis birgt.

Eine schöne, spannende, kurzweilige Hörspielgeschichte, sehr professionell arrangiert, mit toller Musik- und Geräuschkulisse und Dramaturgie und einem wirklich verblüffenden, losen Ende, wie man es oftmals von H.G. Wells gewohnt ist.

Daher lohnt es sich auch jeden Fall das Hörspiel anzuhören, wenn man sich mal mit einer ganz klassischen Geistergeschichte, mit Psycho-Elementen gruseln möchte. Am besten Nachts, am besten in einem dunklen Zimmer...  ob es allerdings dann eine Gute Nacht wird, das entscheidet Euer Unterbewusstsein 😈





Hörprobe: Der rote Raum

Extra:
Literaturvorlage in neuer Fassung

Anthologie Festa Verlag








Gruselkabinett Folge 147: Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni



Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni

Autor: Per McGraup
Label: Titania Medien
Genre: Geistergeschichte
Laufzeit: ca. 60 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5947-9

Klappentext:

Colin und Alwyne Hargreaves, das übersinnliche Ermittler-Duo aus „Heimgesucht“, „Heimgekehrt“ und „Heimweh“, bleiben im Salzburger Lungau auf einer Reise in einem Schneesturm mit ihrem Wagen stecken. Ein Mann in einem Pferdeschlitten bietet ihnen an, die Nacht auf dem angeblich unbewohnten Schloss Moosham zu verbringen. Die Engländer ahnen ja nicht, auf was sie sich einlassen, als sie das vermeintlich großherzige Angebot annehmen und in den Schlitten steigen…

Handlung:

Die Eheleute Hargreaves sind wieder unterwegs zu einem Geisterkongress nach Venedig und mit dabei ist ihre kleine Tochter Pamela und als Überraschungsgast, Colins schrullige und etwas nervige Tante Marylin. Bei der Durchfahrt durch das Salzburger Land geraten die vier Reisende in einem Schneesturm und stecken erstmal fest. 
Im Schneegestöber taucht ein Schlitten mit dem Schörgen-Toni auf, der einst in der Blut- und Halsgerichtsbarkeit tätig war und bietet seine Hilfe an und lädt die Eingeschlossenen in das nahgelegene Schloss Moosham ein. 

Doch die Hilfe entpuppt sich als Eigennutz, um einen einst geschlossenen Pakt des Schörgen-Tonis zu erfüllen. Doch nicht nur der Schörgen-Toni trachtet ihnen nach dem Leben, sondern auch die ruhelosen Seelen, die im Schloss zwischen dem Diesseits und Jenseits feststecken. Ein Entrinnen scheint kaum noch möglich....
Schloss Moosham


Rezension:
„Sei mir gegrüßt, du lieber Mann,
Ich komme von der Höll' jetzt an;
Mit meines Fürsten Gruß und Befehl
Sollst dich zur Reis' nun rüsten schnell.
Die Zeit ist da zur Höllenfahrt,
Wo alles dort schon deiner harrt,
Sie warten bei der Höllenpfort',
Um dich zu führ'n an deinen Ort."*




Als Stephan und Marc die Episode auf ihrer Facebook-Seite angekündigt haben, habe ich mich total gefreut und konnte kaum den Release erwarten. War seinerzeit "Der Pakt mit dem Teufel" von H.G. Francis einer meiner ersten Episoden der damaligen Neon-Gruselserie von von EUROPA. Gespannt war ich schon aus dem Grund, da es ja keine literarische Vorlage gibt, sondern lediglich den Schauplatz im Salzburger Land, das Schloss Moosham, was einst als Gerichtsbarkeit der damaligen Blut- und Halsgerichte waren, eine interessante Folterkammer hat, auch mal Drehort einer Episode der "Paranormalen Aktivitäten" war, wo man den legendären Schörgen-Toni aufspüren wollte. Noch heute kann man das Schloss zu Teilen, sowie das Museum, besichtigen. Aus dem Hörspiel der 80er, blieb mir unvergesslich das gehauchte "Drei Seelen" in Erinnerung. Aber auch im Ganzen, war es ein schönes, herrliches Grusel-Hörspiel.



So war meine Neugier entsprechend groß. Schön war es, da Marc alias Per McGraup mich auf eine nostalgische Reise geschickt hat, denn natürlich kommt der Schneesturm und das Erscheinen des Schörgen-Toni mit seinem klingelnden Pferdeschlitten als vermeintlicher Retter in der Not und lädt die Eingeschneiten in das Schloss Moosham zur Übernachtung ein und serviert natürlich einen heißen Jagertee und überlässt die Reisenden sich erstmal selbst.

Marc Gruppe am Schloss Moosham mit dem Hörspiel Der Pakt mit dem Teufel

Um eine freie Gestaltung zu haben, holt Marc die Hargreaves auf die Bühne, die auf dem Weg nach Venedig zu einem Geisterkongress sind, im Gegensatz zu den damaligen Reisenden aus einem Reisebus. Mit dabei ist auch die kleine Tochter Pamela, sowie die nervige Tante Marylin von Colin, die man ja meist nur aus den Telefonaten kennt, aus den vorherhigen Episoden von Per McGraup. 

Und hier hat Marc und Stephan eins der genialsten Hörspiele geschaffen und zeigt die ungeheuerliche Krativität von Marc bei dem Script. Denn durch die Eigenschaften der Gesiterjäger und besonders durch Alwynes Fähigkeiten als Medium, fällt sie, aufgrund der starken Aura des Schloss, immer wieder in Trance und so erfährt man die ganzen Tragödien, die sich in und rund um das Schloss in der Vergangenheit abgespielt haben. Man taucht als in die Trance von Alwyne ein, die die Flashbacks, die sie hat, nicht nur erzählt, sondern auch durchlebt und so steigt man in die Parallelen der Geschichte um das Schloss ein und hier mischt Marc gekonnt historische Elemente der Geschichte, mit der Fiktion und den diversen Protagonisten, die auch H.G. Francis geschaffen hatte, sowie auch die Räumlichkeiten des Schlosses, wie der Brunnen im Hof, wo die Brüder sich eine erbitterte Schlacht liefern oder auch die Bildergalerie, mit den Gemälden, dass man sich, sofern man die Episode "Der Pakt mit dem Teufel" kennt, sich in dem Schloss auf vertraute Weise wiederfindet. 

Besonders am Anfang sorgt Tante Marylin immer wieder für ihre unverschämte und aufdringliche Arroganz für die komischen Momente, durch diese vermeintlichen höflichen, herablassenden Lästereien oder auch das nicht erkennen, wenn sie von Geistern heimgesucht wird und sich sogar geschmeichelt fühlt. 

Richtig viele Sprecher kommen zum Einsatz, aufgrund der ganzen, klein eingefügten Nebengeschichten, die durchaus auch interessant in sich sind.

Und wirklich alle Sprecherinnen und Sprecher geben ihr Bestes, sie geben alles, was sie können, von bedrohlich bis zu verführerisch, lasziv lockend, bösartig und gehässig.

Die Atmosphäre, ist wie immer passend und stimmig ausgewählt. Die eigene Musik für das Horspiel konzpiert passt immer wieder harmonisch in die Szenerie, unterstreicht und ergänzt die gehörten Situationen und auch die Geräuschkulissen, des heulenden Windes, ja da spürt man beim Zuhören die eisige Kälte und die Schneeflocken, die einem ins Gesicht peitschen, sowie die jaulenden Wölfe, die einen erschaudern lassen, denn im Gegensatz zu den Hörspielen der 80er von Europa, die meist immer auf die gleichen Geräusche zurückgriffen und oftmals auch in den anderen Hörspielreihen verwendet wurden (ich weiß gar nicht, wie oft ich die gleiche Sequenz der Möwen aus "Gräfin Dracula - Tochter des Bösen" in anderen Hörspielen gehört habe) so konzipiert Marc und Stephan für jedes Hörspiel eigene Geräuschkulissen um eben nicht dieses "ach, hab ich schon gehört" aufkommen zu lassen.

Ebenso hat sich Marc nicht für den Schlußakt für die Flucht in einen Kapelle entschieden, sondern bringt die vier Reisende vor dem Zugriff ihrer Seelen in einen andere Schutzraum unter, aus dem sie "Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni" miterleben müssen.

Mir hat das Hörspiel irre gut gefallen und war schon fast traurig, dass es nach 60 Minuten vorbei war, denn es ist so tief atmosphörisch, dass man gut und gerne noch eine weitere Stunde durch das Schloss, hörend umhergeirrt wäre...

Ich bin mir ziemlich sicher, dieses Hörspiel wird bei uns "Kassettenkindern" sehr gut ankommen, in den Bestsellerlisten und Downloadcharts durch die Decke gehen und wird auch sicherlich diverse Preise einfahren.

Ein Hörgenuss, ein toller vertrauter und doch neuer Plot, der es zu einem eigeneständigen Hörspiel werden lässt und nicht als Prequel oder Sequel daherkommt, sondern eine weitere Geschichte ist, in einem bekannten und real existierenden Schauplatz und kann jedem nur empfehlen, sich ebenfalls in das Schloss einladen zu lassen.



Extra:

Wer sich im Salzbuger Land aufhält, kann einen Halt im Original einlegen und das Schloss Moosham, was auch als Drehort in diversen Filmen fungierte, besuchen und hier auch die Akten und Folterwerkzeuge der einstigen Hexenprozesse einsehen.

Weiterführende Informationen bietet die offizielle Website: Schloss Moosham

Folterbank Schloss Moosham
* Quelle: Michael Dengg, Lungauer Volkssagen, neu bearbeitet von Josef Brettenthaler, Salzburg 1957, S. 104

jueves, 4 de abril de 2019

Gruselkabinett Folge 145: Das unheimliche Puppenhaus



Das unheimliche Puppenhaus

Autor: M.R. James
Label: Titania Medien
Genre: Geistergeschichte / Mystery
Laufzeit: ca. 60 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5945-5

Klappentext:

Als Mr. Dillet, ein Sammler von Antiquitäten, im Gebraucht-Waren-Laden des Ehepaars Chittenden ein viktorianisches Puppenhaus entdeckt, ist er sich sicher, dass er es haben muss. Er ahnt nicht, dass es nun mit dem Nachtschlaf für ihn und seine Frau erst einmal aus und vorbei sein wird und die Chittendens im Grunde froh sind, das unheimliche Puppenhaus losgeworden zu sein…

Handlung:

Nach dem Erwerb aus einem Antiquitätenhandel, eines viktorianischen Puppenhaus, fängt dieses in der Nacht an, eine lebende Szenerie abzuspielen, mit Puppen, die offenbar lebendig erscheinen. Die Dillets, als neue Eigentümer, begeben sich auf Spurensuche, was diese dargestellte Szenerie bedeutet und werden fündig... zum Teil.



Rezension:

Mit "Das unheimliche Puppenhaus" von dem britischen Autor Montague Rhodes James, greift Titania Medien ein neues Werk des bekannten Gruselautors aus. Erschienen als Erstausgabe in dem Sammelband "The Collected Ghost Stories" unter dem Titel "The Haunted Doll's House" im Jahr 1931, eine Sammlung aus diversen Kurzgeschichten. 
Eigentlich eigenen sich ja Kurzgeschichten sehr gut, zur Umsetzung von Hörspielen, da es keine lange Passagen gibt, die dann entweder umgeschrieben werden müssen oder fallengelassen, was dann aber die Geschichte verändern würde, eben weil etwas fehlt.

Die Story ist auch spannend und wer die Stücke von Titania kennt, weiß auch, dass Marc immer sehr nah am Originalscript bleibt. 
So ist das Hörspiel in eine Art drei Akte aufgeteilt. Im Antiquitätenhandel der Erwerb, das Ereignis und die Recherche, unterteilt in kleine Zwischenakte. 

Der Anfang beginnt schon recht stark, das große Interesse an dem Puppenhaus, was der Antiquitätensammler findet, den Preis aushandelt und stolz mit dem verpackten Haus nach Hause fährt. Hier kommt dann auch ein schöner Grusel auf, wenn der Ladeninhaber nach Hause zu seiner Frau kommt, ein Kurzauftritt von Dagmar von Kurmin, die sehr froh darüber ist, wie auch ihr Mann, dass sie das Puppenhaus endlich los sind und hier die Ehefrau Andeutungen macht, warum man froh ist, es los zu sein und dass der neue Besitzer, der auch Stammkunde ist, damit wohl besser zurechtkommen wird... bei den Andeutungen bleibt es aber auch vorerst und man fiebert schon mit, welches Geheimnis das Puppenhaus in sich trägt.

Doch dann geht es leider für meinen Geschmack zu sehr ins... ja, in was eigentlich? Der stolze Besitzer baut das Haus Zuhause wieder auf, wird teils vom Butler gestört. Mit Versprätung kommt die Frau des Hauses heim und dann geht ein endloses Gerede über das Puppenhaus und nahezu jedes einzelne Detail, was zwar einerseits wichtig ist, denn in der späteren Szenerie kommen die Beschreibungen an den Puppen wieder zurück, so dass man auch weiß, welche Puppe da wie agiert, aber es ist eben eine endlose, teils auch anstrengende Dialogführung, teilweise auch von übertriebener Freude und Euphorie, sowie (vermeintliches) britisches Upperclass blasiertes Sprechen. Ebenso der Butler, was sicherlich eine Spur der Devotheit ausdrücken soll, wirkt phasenweise zu überspitzt. Auch von dem Charakter der Mrs. Dillet, so ein bisschen zu viel Clichée der britischen Upperclass, leicht dümlich-naiv, mit nicht zu viel analytsichen Verstand der Situation und obwohl ich Sigrid Burkholder eine tolle Sprecherin finde, machte es auf mich in einigen Stellen den Eindruck, als versuche sie Reinhilt Schneider zu kopieren, die aber so das junge, leicht verzogene, Naive glaubwürdiger hinbekommt. Hier wäre vielleicht  besser gewesen, die Sprecherin wäre mehr bei sich selbst geblieben, denn das kann sie eigentlich sehr gut, wie sie auch in diversen anderen Sprechrollen bewiesen hat.
Auch wenn das viele Gerede manchmal anstrengend ist, so entlockte es mir doch ein Grinsen, bei der Vorstellung, wie zwei erwachsene Menschen, im Outfit, wie man es von Downton Abbey her kennt, vor dem Puppenhaus sitzen, sich die eigentlich sehenden Details erzählen und bestätigen un die Püppchen positionieren und dies auch ganz ausführlich beschreiben und sich erzählen, bis der Butler die Szenerie betritt, dass das Essen angerichtet sei. Kurzweilig schob sich mir der Gedanke beim Zuhören in den Kopf, ob es sich wirklich um zwei Snobs handelt oder doch eher eine Szenerie in einer Nervenheilanstalt. 
Was ich sagen will, so anstrengend wie das Zuhören auch ist, so hat es in sich auch eine gewisse Komik, wo ich auch nach Stunden des Hörens mir die Frage stelle, ob Marc, beim Schreiben und Führen der Regie, die Szenerie bewusst so gehalten hat.

Im nächsten Akt, in der Nacht, bis auf das Uhrschlagen, obwohl es keine Uhr mit Schlag im Schlafzimmer gibt, steigt man wieder in den Grusel ein, so hofft man zumindest, aber auch da, mit wenig Geräuschen, wo sich eben die Eheleute Dillings gegenseitig die Szenerie, die im Puppenhaus vor ihren Augen abspielt, gegenseitig das Sehende erzählen. Auch hier dann wieder sehr viel Gerede, was einem beim Zuhören auch wenig Pause verschafft und man sich eher auf das Erzählte konzentrieren muss, um der Story überhaupt zu folgen zu können.

Persönlich hätte ich mir hier vielleicht gewünscht, wenn man als Hörer in das Haus "hineingezogen" worden wäre und die agierenden Puppen die Szenerie gespielt und entsprechend eingesprochen hätten, schön mit Geräuschkulissen, doch stattdessen wird einem die unterschiedlichen Handlungen, wechselseitig erzählt, die ja die zentrale Geschichte eigentlich ist. 

Das Puppenhaus loswerdend wollen, begeben sich die Dillings auf die Recherche und erfahren so schrittweise dass das Puppenhaus ein Nachbau ist und die sich darin befindenen Puppen, eine Szenerie nachspielen, die um die 250 Jahre zurückliegt. 

Mit einem losen Ende, wie auch die Originalausgabe, bleibt man allerdings zurück, was die einstige Familie betraf. Warum und wodurch das Puppenhaus zum Leben erweckt wurde, erfährt man nicht in der Orignalausgabe und somit auch nicht im Hörspiel. Mit diesem Suspense-Element endet dann auch das Hörspiel.

Jetzt bin ich ein wenig in der Klemme. Die Story ist schon sehr gut, spannend und auch gruselig und auch das lose Ende, die fehlende Aufklärung, denn niemand will in die Unterwelt zurückgeführt werden, es sind auch keine Poltergeister, die die neuen Besitzer terrorisieren, es muss nichts zu Ende geführt werden,... aber dennoch, aufgrund des sehr hohen Spechanteils und wenige, gedanklichen Pausen mal, von Musik, Geräuschen. Szeneriewechsel, ist es streckenweise etwas mühevoll, die ganze Zeit zuzuhören. Da hätte man sicherlich noch etwas mehr rausholen können, die Atmosphäre dichter und gruseliger zu gestalten. 

Ansonsten ist es, wie man Titania kennt, sehr solide, sehr elegant produziert, Sprecher und auch deren Stimmen sind sehr gut besetzt, auch Marc Gruppe selber, als knorriger Kutscher und passen sehr gut in die Alterstrukturen und gesellschaftlichen Stand. Daher hat mir das Zuhören schon Spaß gemacht, trotz einiger Abschnitte, denn die Gesamtgeschichte ist spannend und hat viel Dramaturgie aufgrund des Kriminellen der Vergangenheit.
Und natürlich wie immer, besticht auch das Cover von Ertugrul Erdine kunstvoll die CD, der den Kern der Geschichte sehr treffend in Szene gesetzt hat.













lunes, 26 de noviembre de 2018

Buchrezension "Liebeserklärung an eine Insel - Formentera" von Peter Jentsch




Liebeserklärung an eine Insel - Formentera
Autor: Peter Jentsch
Label: Books on Demand
Genre: Reise / Inselgeschichten / Lyric
Verfügbarkeit: e-book/download, Paperback (84 Seiten)
ISBN:978-3426517185
Preis: € 2,99 (e-book), € 4,99 (Taschenbuch) 


Klappentext:

Eine Hommage an "das kleine Paradies im Mittelmeer":
Empfindungen und Erfahrungen, lustige und spannende Geschichten und liebevoll besinnliche Lyrik über und aus Formentera.


Lesegenuss, nicht nur für Formentera-Fans


'Oft weilen meine Gedanken
an jenem magischen Ort,
der sich vor vielen Jahren
einen Teil meines Herzens nahm
und ihn nie zurückgab.'


-Peter Jentsch-

Handlung:

Der Autor Peter Jentsch, nimmt den Leser mit auf seine erste Reise mit auf die kleine Balearen-Insel Formentera, in die er sich spontan verliebte und diese über Jahre hinweg immer wieder mit seiner Familie besuchte und in kleinen, kurzen Kapiteln, eingerahmt von Poesie, aus seinem Erfahrungsschatz berichtet.

Rezension:

Den Wahlkölner Peter Jentsch lernte ich über ein Formentera-Forum kennen, erst durch seine witzigen Posts und seine Aquarelle u.A. von Eindrücken von Formentera. Der Ort, an dem ich Ende der 70er mit meiner Familie aufwuchs, die Schule besuchte und arbeitete. So schreibe auch ich manchmal Rückblicke der Insel, aus einer Zeit, wo man noch meinen konnte, wenn man mit der Fähre von Ibiza durch das Freus fuhr, in einer anderen Zeit und Welt zu gelangen, wo die Zeit noch stehengebliebten zu sein schien, bevor diese um Mitte der 90er zur In-Insel und Ankerplatz der Schönen und Reichen wurde, aufgrund seiner langen, Sandstrände.

Da mir die Aquarelle gut gefielen und viele Erinnerungen auch wachriefen, sowie Motive der Insel, die ich besonders gerne mag, entwickelte sich eine Freundschaft und so schenkte mir Peter sein Buch als Printausgabe mit einer persönlichen Widmung. Nochmal ein großes Dankeschön an Dich, wenn Du das hier liest.

Aquarell von Peter Jentsch


Ich gebe zu: Bei Reise- und Selbsterfahrungsberichte, die ich bisher immer so las, war ich anfangs etwas skeptisch, denn bisher las ich immer zwei Kategorien aus diesem Genre. Entweder sie waren total abwertend oder das absolute Gegenteil, in der das Zielgebiet überbewertet und idealisiert wird und auch Berichte von meinen persönlichen Urlaubskenntnissen, kaum erkennbar waren. Dennoch ließ ich mich auf das Abenteuer ein und begann mit Neugier zu lesen.

Da die 84 Seiten für einen Vielleser wie mich, sehr überschaubar sind, schaffte ich das Buch nahezu in einem Rutsch, wobei ich gerne einige Passagen oder auch die Poesie nicht nur einmal, sondern gleich zweimal las.
Mit einem Vorwort beginnt die "Liebeserklärung an eine Insel" in der Peter Jentsch sich erklärt, wie es zu dem Buch kam und wie oft er bereits Formentera besucht hat und auch nach der Veröffentlichung des Buches auch noch besuchte. gefolgt von zwei Poesien und wird auch in die erste Geschichte eingestiegen, wo Peter seine erste Reise nach Formentera, durch den Tipp von Freunden und auch mit diesen und seiner Ehefrau und Sohn seine erste Urlaubsreise nach Formentera startet. 

Jemand wie ich, der oft die Reise privat, wie auch beruflich antrat, wird sofort von dem flotten und witzigen Tempo des Erzählstils gepackt und mitgenommen. Auf erfrischende Weise erzählt Peter von der Vorfreude, der Aufregung einer Reise ins Unbekannte und eine Insel, die nur über den Zielflughafen Ibiza (IBZ) mit der legänderen LTU und der Flugnummer LT 152, einem Bodentransfer zum Hafen, dann mit Holzfähren auf die einstündig entfernte Insel zu gelangen, denn je nachdem, woher man kommt, hat man, bis man auf Formentera ankommt, eigentlich alle Fortbewegungsmittel für sich beansprucht. 

Auch die Überfahrt, die besonders in der offenen Meeresenge Es Freus, wird dann doch sehr detailreich beschrieben, wie der allerste "Hierbas" (ein regionaler Kräuterlikör) der an der Bar der Fähre ausgeschenkt wird, sowie den von der aufkommenden Seekrankheit gepeinigten Sohnes, sein LTU-Frühstück dem Meer übergeben wollte, jedoch aus Unwissenheit den Gegen- und Fahrtwind nicht berücksichtigte und es kommt, wie es kommen muss, nicht nur sich, sondern auch noch einen weiteren Urlauber traf, sowie den beeindruckenden Moment, als er dann die Insel zum ersten Mal betrat und wieder festen Boden unter den Füssen, am Hafen von La Savina hatte und in diesem Moment das Gefühl hatte, Zuhause angekommen zu sein. 

Auf sehr eindringliche Weise erzählt der Autor von der Magie, die von dieser, in der damaligen Zeit oftmals von dem Festland vergessenen Eiland ausgeht und auf ihn wirkte und mit ihrem sehr einfachen, oftmals unorganisierten Charme es schaffte, ihn und seine Familie in ihren Bann zu ziehen. Mit all ihren atemberaubenden Farben, die der Himmel malt und das türkise Meer reflektiert.

Gleicht der Urlaub bei seiner allerersten Reise doch eher einer Katastrophe, wo man meinen möchte, es gibt kein Entkommen aus diesem Horrortrip, so zB. als er den ersten kräftigen, nächtlichen Regenguß miterlebte, wobei die Pension überflutet wurde, der Strom ausfiel und eine völlig entspannte Inhaberin die Gäste beruhigte und am nächsten Tag das Wasser abgeflossen war, die Damen des "Facility-Management" die restlichen Pfützen auswischten und die sommerliche Sonne die Pension bis zum Mittag vollständig getrocknet hatte. 

Für mich war das ganz großes Kino und Flashback, denn diese plötzlich, wie aus dem Nichts kommenden Schauer, kenne ich zu gut, wenn dann das Regenwasser von den Falchdächern aufgefangen wird, um in die Zisternen zu leiten, da das Grundwasser salzhaltig ist, diese dann irgendwann so voll sind, dass sie die Mengen nicht mehr fassen und das Wasser eben sich den Weg ins Innere sucht, die Wände runterfliesst, durch die Ritzen der Persianas drückt, dann das kleine Krafwerk seinen Dienst versagt und man mehrere Stunden im Dunklen sitzt. 

Klingt vielleicht unangenehm. Ist es aber nicht. Ein Blick auf die Gelassenheit der Einheimischen und man ist sich sicher, dass man das Inselunwetter einfach nur abwarten muss und eine strahlende Sonne einem am morgen wieder begrüßt und die Insel so unschuldig aussieht, als hätte man es nur geträumt.

Mit viel Esprit geht es durch das ganze Buch, mit kleinen Ankedoten von sich selbst, mit der Peter auch seine eigenen Inselunfällen erzählt, wo ich oftmals herzhaft lachen musste und mich fragte, ob ein einzelner Mensch so viel Unglück haben kann, wie beispielsweise auf einem der Wege, um an einem Auto die Vorfahrt zu geben, nicht an einer Befestigung absteigt, sondern nicht nur vom Rad absteigt, sondern gleich eine Abfahrt in die Salinen zur Salzgewinnung wiederfindet oder er Schutz vor einem Regenschauer unter einem dürren Feigenbaum sucht, der nicht viel Schutz vor dem kühlen Regen brachte, dafür ihn aber die mit Abstand kleinsten Inselbewohner heimsuchten, nämlich Ameisen, die ihn zwickten und bissen, als Hardcore-Nudist bis kurz vor dem Ort in windeseile radelte, dann aber, um nicht vollkommen entblösst durch den Ort zu marschieren, sich nur mit der Badehose bekleidet, aber die kleinen, bissigen Racker sich auch im Innenfutter der Badehose befanden.

Auch mit kleinen, witzigen Anekdoten von kuriosen Miturlaubern wird nicht gegeizt, wovon einer der Strandnudisten offenbar nur aus dem Grund FKK machte, um seine Intimpiercings zur Schau zu stellen, da der Hodensack einem glitzernden Sternenhimmel glich, um sich dann am Abend, bei dem Versuch, ein Taxi anzurufen,.... ach... da spoiler ich jetzt mal nicht... sondern lest es einfach selber :D

Sehr schön beschrieben wird auch die Gastfreundschaft der Einheimischen, die ihre Gäste in Pensionen und Hostels, sowie in der Gastronomie, nicht wie Gäste empfangen, sondern wie Freunde und wer mehr als einmal kommt, wie er so schön beschreibt, wie Familienmitglieder willkommen heißen und mit herzlichen Umarmungen auch wieder verabschieden.
So witzig wie die Rückblicke an Urlauben auf Formentera sind, so schön sind die Kapitelteiler, wo Peter sich entschied, immer kleine Poesien an die Insel zu schreiben, wo er in wenigen, sehr gut gewählten Worten, seine Eindrücke auf lyrische Weise wiedergibt, die die einfache Schönheit der Insel wiederspiegeln, ihre Gerüche nach Meer, Pinien, Thymian, Rosmarin, Fenchel,... kleine mutige, bettelnde Pityusen-Eidechsen, die neugierig und aufgeschlossen den Menschen und sein Essen erkunden.
Und so fühlt man mit Peter sehr intensiv mit, wie einem zumute ist, wenn man diesen kleinen, damals fast geheimen Ort wieder verlassen muss und die Heimreise antritt und weiß, nach der Reise ist vor der Reise und man im kommenden Jahr wiederkehrt.

Alles in allem ein richtig schönes, kleines Buch mit Witz und Poesie, wo man, trotz aller kleinen "Malörche", wie der Kölner sagen würde, einem die Lust packt, die Koffer zu packen und hinzureisen, um all die Dinge mit eigenen Augen zu sehen.

Eine für mich, der Formentera aus der Perspektive der Einheimischen kennt, sehr gelungene, nicht fiktionale Geschichte, sondern authentische, toll erzählte Rückblicke, spannend, witzig und sehr lebensnah, als Stammurlauber in unterschiedlichen Zeitabschnitten.

Auch wenn ich mir hier und da mal eine Jahreszahl gewünscht hätte, was vielleicht auch dem Leser helfen würde, der Formentera nicht aus der Vergangenheit und Gegenwart kennt, wie sich die Insel gewandelt hat, so finde ich es sehr positiv, dass kein einziges Mal eine Werbung für bestimmte Unterkünfte, Reiseveranstalter, Restaurationsbetriebe,... fällt. Lediglich die Nennung einer Strandbar, um dieses zu verdeutlichen, wo man (mal wieder) vor einem Unwetter Schutz suchte, sowie als einzigen Markenname "LTU" die es aber heute nicht mehr gibt, vorkommt.

Aquarell von Peter Jentsch


Neben "Liebeserklärung an eine Insel - Formentera" sind vom Autor auch noch folgende Bücher vorhanden:
"Das ultimative Gutelaunebuch" ISBN: 978-3-7386-3132-6
"PurpurHerz" ISBN: 978-3-8482-2496-8

Sowie einen Jahres-Wandkalender mit monatlich, wechselnden Aquarellen, der so konzipiert ist, dass man diese nach Ablauf des Monats/Jahres auch als Bild rahmen lassen kann.








Hinweis: Cover und Design, sowie die Aquarell-Bilder unterliegen dem Urheberrecht von Peter Jentsch; der Text unterliegt dem Urheberrecht des Blogbetreibers und der Blogautoren.

domingo, 25 de noviembre de 2018

Sherlock Holmes Folge 36 „Das unheimliche Pfarrhaus“


Sherlock Holmes Folge 36 „Das unheimliche Pfarrhaus“
Das unheimliche Pfarrhaus
Autor: Herman Cyril McNeile & Sir Arthur Conan Doyle Hörspielskript: Marc Gruppe
Label: Titania Medien
Genre: Krimi/Sherlock Holmes
Laufzeit: Ca. 68 Minuten
Verfügbarkeit: CD/Download
Anzahl Discs/Tonträger: 1
ISBN: 978-3-7857-5726-0



Klappentext:


Eigentlich wollten Holmes und Watson in dem idyllischen Städtchen an der Küste nur ein wenig Urlaub machen. Als der Meisterdetektiv jedoch Kenntnis von unheimlichen Ereignissen im Pfarrhaus von Saint Porodoc bekommt, wird seine Neugier dadurch mehr als geweckt…



Handlung:


Sherlock Holmes und Dr. Watson, beide leidenschaftliche Golfspieler, planen eine Reise für eine Woche an die Englische Küste nach Cornwall, um etwas auszuspannen und ihrem Hobby nachzugehen, so ist Saint Porodoc ein begehrter Ort für Liebhaber des elitären Golfsports, und vor allem wollen sie reiß aus vor ihrer Haushälterin Mrs. Hudson nehmen, die Anfang April den Frühjahrsputz plant und in diesem Zuge ihre Cousine Mrs Mapleton zur Verstärkung gerufen hat, was beide dazu bewegt fluchtartig die Baker Street in Richtung Cornwall zu verlassen. Angekommen in Saint Porodoc, treffen sie den pensionierten Marine Offizier Mr. Maxwell, mit dem sie sich in einer Lokalität verabreden und dort Bekanntschaft mit dem ortsansässigen Vikar Greycourt machen, der von unheimlichen geisterhaften Vorgängen in seinem an den Klippen gelegenen und von einem Friedhof umgebenen Pfarrhaus berichtet. All dies fing an, nachdem der Hilfspfarrer Maguire zur Unterstützung in dem großen Pfarrhaus eingetroffen war. Maguire ließ sich an den beschaulichen Küstenort versetzen, weil er selber leidenschaftlich gerne Golf spielt und zum anderen, weil der junge und sportliche Geistliche die Ruhe nach einer Krankheit suchte. Interessant ist allerdings, dass es zuvor nie ungewöhnliche Vorkommnisse um das Pfarrhaus gegeben hat und dass niemand außer Maguire die unheimlichen Vorkommnisse erlebt. All das macht Holmes natürlich neugierig und wie wir alle wissen, glaubt unser geliebter Meisterdetektiv nicht an übernatürliche Dinge und so beginnen sie mit ihren Nachforschungen...



Rezension:


Mit der Folge 36 aus der Titania Serie Sherlock Holmes, die geheimen Fälle des Meisterdetektiv adaptiert Titania wieder eine Geschichte, die nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle stammt. Die Originalstory stammt von Herman Cyril McNeile, der ebenso unter anderem seine Werke im Strand Magazine veröffentlichte, wie Doyle. So kommen die Charaktere Holmes und Watson im Originaltext gar nicht vor. Marc Gruppe schreibt die Story zu einer Holmes Geschichte um und landet damit eine Punktlandung mit einem Geniestreich. Um auch versierte Holmes Kenner in dieses Neuland der bisher nicht existierenden Story gekonnt zu geleiten, lässt Marc Gruppe Doctor Watson gleich zu Beginn im Intro eine art Einleitung oder Erklärung sprechen, in der er auf seine Begleitung als Chronist von Holmes eingeht. So handelt es sich bei den „bisher nicht veröffentlichten Geschichten“ um Fälle, die für eine Veröffentlichung nicht in Frage kamen, aufgrund ihrer Brisanz oder auf Wunsch der Auftraggeber nach Diskretion. Das ist sehr schön gelöst, finde ich. Weil es gleich zu Anfang auf die Thematik eingeht, dass die originalen Holmes Geschichten naturgemäß in Anzahl und Fortführung beschränkt sind, da ihr Autor schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, man so sich aber auf ein weiteres Holmes Abenteuer freuen kann, denn es fällt gar nicht auf, dass es sich eigentlich nicht um eine Doyle Geschichte handelt und ich finde, dass das unheimliche Pfarrhaus auch eine schöne Geschichte ist, selbst wenn man kein Holmes Liebhaber ist.

Marc Gruppe setzt die bekannten und vertrauten Sprecher Tennstedt und Bierstedt für Holmes und Watson ein, sowie die bekannte Intromusik, sodass man sich direkt zu Hause in einem Titania Holmes Fall fühlt. Horst Naumann spielt den betagten Geistlichen Vikar und er passt sehr gut in diese Rolle. Im Allgemeinen ist die Sprecherleistung – wie bei Titania meist üblich – erstklassig, was nicht nur vor dem Hintergrund der besonderen Schwere der Vertonung eines Hörspiels vorzüglich gelungen ist, sondern generell, denn man stelle sich vor, ein Schauspieler hat die Mittel der Gestik, Mimik, Bewegung, Blicke, Ausdruck um eine Szenerie gebührend darzustellen, all dies stellt der Hörspielsprecher nur mit seiner Stimme dar. Ein besonderes Kompliment geht an Jonas Baeck, der den Hilfspfarrer und eigentlich kriminellen Handlanger Maguire spricht. Tonfall und Ausdruck sind immer absolut glaubwürdig. Vom mildtätigen Geistlichen, für den er sich ausgibt, zum angsterfüllten Entsetzen dem Spuk und Horror widerfahren, hin zum kriminellen, der er eigentlich ist, immer à point, chapeau! Des weiteren sprechen Hans Bayer als Mr. Maxwell, Lutz Reichert als Inspector Lestrade, Jean Paul Baeck als Kurier, Johannes Raspe als Ober und....: Marc Gruppe, vielleicht erkennt ihr ihn ja wieder :D

Und, liebe Freunde, ich weiß ja nicht, was bei Titania passiert ist, aber die atmosphärische Vertonung ist Meisterklasse. Ja, ich lobe sie immer, bei den Titania Werken, die ich rezensiere, aber diese ist noch mal eine Spur besser. Äußerst detailreiche Szenerien, exakt und messerscharf in Intensität und Klangbild auf die jeweilige Situation abgestimmt, ob es die Szenen am Meer und den Klippen sind, oder in der Gaststätte, die Szenen im großen, alten Pfarrhaus, wo der Vikar sich in einem anderen Flügel aufhält und der Besuchergruppe zuruft und seine Stimme weit entfernt und leicht hallend eingespielt wird, phantastisch und sehr aufwendig umgesetzt. All dies, die Ermittlungen vor Ort, die nun mal mehr Örtlichkeiten und Geräuschen bieten als das Deduzieren in der Baker Street und das Sounddesign der vielen unterschiedlichen Geräusche, bilden einen wunderbaren Klangteppich, der die Phantasie anregt und man dadurch in seiner Gedankenwelt ein wunderbar detailreiches Bild vor Augen bekommt. Das ist bei dieser Titania Folge sehr hervorstechend, finde ich. Alleine deshalb empfehle ich euch schon, euch dieses Titania Werk anzuhören und weil es eine runde Geschichte ist, mit Spukelementen, Krimi, es hat Witz, List und die ein oder andere Frotzelei der beiden Freunde Holmes und Watson. Allesamt ein gelungenes Werk, auch für nicht Holmes fans.

Wo ich bisher nie drauf eingegangen bin und ich weiß nicht mal warum, weil sie mir eigentlich sehr gefallen, sind die Cover und ihre Gestaltung. Die Cover Illustration stammt bei diesem Werk von Ertugrul Edirne und man sieht ein großes altes Pfarrhaus auf eine Anhöhe, umgeben von Nebel und einem Friedhof mit seinen Friedhofsteinen. Sehr schön illustriert und es lässt einen gewissen Spuk und Schauer vermuten.


So liebe Freunde, da unser Meisterdetektiv Privatier ist und nur arbeitet, wenn er es möchte, gönnt er sich eine Winterpause und wird uns wieder im nächsten Frühjahr von seinen abenteuerlichen Fällen berichten.

Bis dahin, wünsche ich euch, wie immer, viel Spaß auf den Ohren und gehabt euch Wohl!


Euer Matthi.

domingo, 4 de noviembre de 2018

Titania Special Folge 14: "Däumelinchen" von Hans Christian Andersen



Titania Special Folge 14 „Däumelinchen“ 
Däumelinchen
Autor: Hans Christian Andersen/Hörspielskript Marc Gruppe
Label: Titania Medien
Genre: Märchen
Laufzeit: über 62 Minuten
Verfügbarkeit: CD/Download
Anzahl Datenträger: 1
ISBN: ISBN 978-3-7857-5741-3 



Klappentext:


Es war einmal eine Frau, die sich sehr nach einem kleinen Kind sehnte, aber sie wusste nicht, woher sie es nehmen sollte. Da ging sie zu einer alten Hexe und fragte diese um Rat...



Handlung:


Eine kinderlose Frau wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind und sucht in diesem Zuge eine Hexe auf, die ihr ein Gerstenkorn gibt, kein gewöhnliches Korn, woraus das kleine Mädchen, so klein wie ein Daumen, Däumelinchen wächst. Eines Tages wird Däumelinchen jedoch entführt und somit beginnt eine Reise mit vielen Abenteurern, die das kleine Däumelinchen erlebt.



Rezension:


Immer wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, veröffentlicht Titania ein Special. So auch in diesem Jahr, mit dem Märchen von H.C. Andersen, dem Däumelinchen. Eigentlich ist es auch eine Neuauflage, denn das Märchen gibt es seit vielen Jahren des Hörspiel Klassiker Labels Europa und damals wie heute hat eine wahre Größe des Hörspiels, Dagmar von Kurmin, die Rolle der Schwalbe inne.

Die Versionen damals / heute und Hörspielskript und Vorlage im Original, kann ich nicht vergleichen, da ich sie schlicht und einfach nicht kenne. Drum „beschränken“ wir uns rein auf die Titania Version.


Also was mir schon mal sehr gefällt, dass dieses Märchen nicht so grausam ist, wie es oft sonst der Fall ist. Oftmals wimmelt es nur so von Straftatbeständen und den reinsten Horrorzuständen in Märchen, wo man sich wundert, dass die zuhörenden Kinder anschließend keine psychotischen Störungen bekommen :-) Wenn ihr euch also nochmals einen backflash in eure Kindheit holen möchtet, indem ihr euch dieses Hörspiel kauft, so könnt ihr es gefahrlos mit euren kleinen hören. Und zu alledem hat es noch ein happy end und passt gut in die heutige Zeit...

Die Rolle des Märchenerzählers übernimmt Max Schautzer, was er sehr gut macht. Er hat zwar nicht so eine typische, einschlägige Märchenonkel Stimme wie Hans Paetsch, aber dennoch nimmt sie einen mit und hat die nötige Frische inne, die auch die heutige Generation gekonnt durch den Verlauf des Hörspiels führt. Die daneben wohl größte Rolle hat, TADAAA: Reinhilt Schneider! Und, liebe Freunde, wenn ihr sie mögt, dann holt euch dieses Hörspiel, denn man könnte auch sagen, dass es quasi für sie und ihre Stimme geschrieben wurde. Ihre Stimme verkörpert das kleine winzige, jugendliche, mal ängstlich, hoch erfreut, frohlockende perfekt, als sei ihr die Rolle auf den Laib geschrieben. Dagmar von Kurmin spricht damals wie heute die Schwalbe, die mir in dieser Rolle auch gut gefällt. Denn Däumelinchen und die Schwalbe verbringen eine gewisse Zeit miteinander und die erfahrene Schwalbe (Dagmar mit ihrer reifen Stimme) und das unerfahrene Däumelinchen (Reinhilt mit ihrer jugendlichen Stimme) harmonieren perfekt, wenn die Schwalbe sie durch die große Welt mit ihren Unbekanntheiten geleitet.

Und ich habe eine Bitte an Marc Gruppe und Stephan Bosenius: Bitte mehr von Beate Gerlach!!! Ihre einschlägige Stimme ist wunderbar und geht direkt durch Mark und Bein. Wer hätte das gedacht, dass mich ein Märchen so begeistern kann :-) :-) Vielen Dank, Frau Gerlach! Ausgezeichnet gesprochen. In den weiteren Rollen finden wir die bekannten Titania Größen, wie Kristine Walter als Hexe (ich frage mich ob sie sich oft Räuspern musste so gut und kratzig wie sie die Hexe verkörpert) Detlef Bierstedt als Fisch, Joachim Tennstedt ebenfalls als Vogel, Petra Nodolny, Bodo Primus und viele viele weitere mehr.

Bei dieser Produktion hätte ich gerne mal Mäuschen gespielt, wie das Hörspiel entstanden ist. Ich denke zwar nicht, dass es als Ensemble produziert wurde, aber die einzelnen hochkarätigen Sprecher und Schauspieler in die Rolle von Märchenwesen schlüpfen zu sehen, war bestimmt spannend und auch manchmal auch lustig. Und obwohl ich eigentlich kein Märchen Fan bin und nie war, auch als Kind nicht, hat mir das Hörspiel gefallen, weil die literarische Vorlage eben nicht ganz so märchentypisch ist wie bei Grimm o.ä. und weil sehr schöne Sprecherstimmen mitwirken. Was auch hier gut gepasst hätte, wäre ein Intro: Ihr hört …..“ Vielleicht zieht Titania dies ja irgendwann mal in Erwägung es in ihre Produktionen aufzunehmen.

Alles in allem ist dieses Special, wie immer, eine schöne kleine Auszeit, gerne auch mit euren Kindern, wenn das Jahr sich dem Ende neigt.




Was mich zu meinem Schlußsatz führt: Wie immer wünsche ich viel Spaß auf den Ohren und gehabt euch wohl.

domingo, 28 de octubre de 2018

Sherlock Holmes Folge 35 "Der Hund der Baskervilles"


Der Hund der Baskervilles 
Autor: Arthur Conan Doyle / Hörspielskript Marc Gruppe 
Label: Titania Medien 
Genre: Krimi/Sherlock Holmes 
Laufzeit:Über 129 Minuten 
Verfügbarkeit: CD/Download 
Anzahl Discs/Tonträger: 2 
ISBN: 978-3-7857-5725-3 



Klappentext:


Aus einem alten Dokument geht hervor, dass die Familie Baskerville, deren Stammsitz in Dartmoor liegt, verflucht ist und von einem dämonischen Hund verfolgt wird. Viele glaubten, dies sei nur eine Legende, die Umstände des Todes von Sir Charles Baskerville legen jedoch nahe, dass dem nicht so ist und der unheimlich leuchtende Höllenhund wieder durch das neblige Moor streift und die Baskervilles gnadenlos verfolgt...



Handlung:


An einem Abend im Spätsommer des Jahres 1888 stirbt der betagte Charles Baskerville im Dunkeln des Moors an seinem Anwesen im Dartmoor unter mysteriösen Umständen. Scheinbar hat ihn eine flammenumwobene Bestie, eines riesigen Höllenhundes gleich, ihn zu Tode gebracht.

Eines Tages sucht Sir Charles Baskerville Arzt und Freund unseren Meisterdetektiv auf, um dem mysteriösen Tod seines Freundes und den noch ungeklärten Umständen auf den Grund zu gehen. Besonders auch, da Sir Charles Erbe, der junge Sir Henry Baskerville sein Erbe antritt und auf das Baskerville Hall Anwesen ziehen möchte, wo doch laut Legende ein Fluch auf der Familie Baskerville zu liegen scheint. Ein Fluch mit einer Bestie, dem Hund der Baskervilles. Und so beginnt eine spannende Reise, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, wo unser beliebter Meisterdetektiv ja so gar kein Freund des Übernatürlichen ist und eher Realist...



Rezension:

Nun, liebe Holmes Freunde, lange habe ich und vermutlich auch ihr auf die Vertonung des wohl bekanntesten Holmes Werkes gewartet. Was zugegeben sehr spannend ist, da man ja auch eine gewisse Erwartungshaltung hat und es dieses Werk auch in unzähligen Vertonungen anderer labels gibt, sowie Verfilmungen usw. Aber, soviel vorab, das Warten hat sich gelohnt, dass sich gerade Titania dieser sehr bekannten und beliebten Holmes Episode gewidmet hat, eben weil der Standard bei Titania und seinen Machern, dem Duo Marc Gruppe und Stephan Bosenius, ein hoher Standard ist. Wenn ihr ihre Werke verfolgt, wovon ich ausgehe, dann könnt ihr sicher sein, dass ihr auch diesmal ein Werk mit vorzüglich abgestimmter atmosphärischer Vertonung erhaltet. Wie immer sind alle Gegebenheiten, welche die Protagonisten erleben, perfekt geräuschlich in Szene gesetzt. Das geht sogar soweit, sodass man den kalten Nebel, der über dem Moor in der Dunkelheit steht und schwebt, förmlich spüren und riechen kann. Wie immer sehr gut detailliert dargestellt.

Die musikalische Untermalung finde ich in diesem Werk noch eine Spur besser, als bei so manchem vorherigen Holmes Werk, da hier schauderhafte, leicht sphärische Klänge zum Einsatz kommen, die ein ungewisses Gefühl in Kombination mit dramaturgischen Klängen ein subtiles schauderhaftes Gefühl erzeugen. Wirklich sehr schön gemacht und eine Freude zuzuhören.

Die Story ist nun mal lang, aber da können wir von Glück reden, dass Marc mit seinem künstlerischen Talent gesegnet ist, was wiederum uns als Zuhörer zu Gute kommt. Denn, zum einen bin ich froh, dass er sich die Zeit genommen hat, und aufgrund der Länge des Skriptes, das Hörspiel auf 2 CD´s gebracht hat, denn sonst wäre leicht das Gefühl entstanden, dass man sich durch die Handlung hetzt, was hier nicht der Fall ist. Es ist, wie immer bei Herrn Gruppe, eng an die Originalvorlage gehalten, was ich so mag, und lässt aber auch nie das Gefühl aufkommen, dass man während des Zuhörens abschweifen könnte, denn langatmig gehalten ist es nicht. Perfekt also.

Das einzige, was ich manchmal vermisse, wahrscheinlich weil ich langjähriger Hörspielfan bin und es von anderen Produktionen kenne, ist ein kurzes Intro. Marc hat ja eine schöne Stimme und gibt sich des öfteren, wie auch in diesem Werk,die Ehre und spricht kleinere Rollen. Ein kleines Intro mit schöner Musik untermalt „Sie hören ….... Ein Hörspiel von.....“ Das fände ich persönlich nett, hilfreich und trägt nochmal zu einer kleinen Aufwartung und -Wertung bei.


Was die Sprecher Rollen angeht, zündet Titania ein wahres Feuerwerk. Das liegt auch daran, dass nun mal in diesem Hörspiel viele Charaktere auftreten, mehrere Handlungsstränge existieren und die mit ihren Charakteren begangen werden. Das gefällt mir beim Hund der Baskervilles sehr, weil es komplex ist, aber nicht undurchsichtig, viele Schicksale, Charaktere und Handlungsstränge miteinander verwoben werden, zu einem stimmigen Plot. Und dass der gute Mr. Watson, eher Doyle untypisch, alleine Ermittelt und nicht auf Holmes direkte Expertise und Scharfsinn zurückgreifen kann, augenscheinlich zumindest, was die Spannung nochmals erhöht.

Das Feuerwerk der Sprecher – dem werdet ihr mir zustimmen- ist eines, weil es rein aus hochkarätigen Schau-/Theaterspielern und Synchronsprechern besteht. So sind u.a. vertreten: wie immer Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt, Jean Paul Beck als Dr. James Mortimer, Horst Naumann, Louis Friedemann Thiele, Bodo Primus, Dagmar von Kurmin, Reinhilt Schneider, Max Schautzer und viele weitere mehr. Wie zuvor erwähnt, spricht auch Marc Gruppe eine Rolle, vielleicht erkennt ihr ihn ja 😉

Drum, wie immer viel Spaß auf den Ohren und bis Bald!

viernes, 19 de octubre de 2018

Gruselkabinett Folge 140: "Runenzauber"



Runenzauber 

Autor: Montague Rhodes James
Label: Titania Medien
Genre: Geistergeschichte
Laufzeit: ca. 59 Minuten
Verfügbarkeit:CD / Download
ISBN: 978-3-7857-5720-8

Klappentext:

London 1899: Edward Dunning hat über ein Vortrags-Exposé zum Thema „Die vielen Gesichter der Alchemie“ aus der Feder eines gewissen Mr. Karswell, der dem Vernehmen nach selbst Alchemie und okkulte Künste praktiziert, eine ungünstige Einschätzung verfasst. Dadurch hat er sich ganz offensichtlich einen sehr gefährlichen Feind gemacht…


Rezension:

Die Folge Nummer 140 aus der Reihe Gruselkabinett, "Runenzauber" kommt wieder von dem Geistermeister M.R. James, der den meisten Hörern schon aus anderen Hörspielen von Marc Gruppe bekannt sein dürfte, denn von ihm vertont hat Titania Medien bereits "Der Eschenbaum" (GK 071),
"Zimmer 13" (GK 092), "Verlorene Herzen" (GK 101), "Das Traktat Middoth" (GK 106) und in Kürze "Das unheimliche Puppenhaus" (GK 145).

Erschienen ist die Kurzgeschichte im Jahr 1911 in seinem zweiten Buch "More Ghost Stories" mit dem Originaltitel "Casting the Runes", was in der deutschen Ausgabe "Drei Monate Frist" als Titel der Kurzgeschichte trägt. Bekannt ist die Geschichte auch als filmische Adaptationen. Eine der bekanntesten dürfte da die schwarz/weiss Fassung von Jaqcues Tourneur sein, unter dem Titel "Night of the Demon" (dt: Der Fluch des Dämon) aus dem Jahr 1957 sein.

Eine tolles Hörspiel, mit vielen Sprechern und auch viele, unterschiedliche Orte, was damit auch viele unterschiedliche Aspekte mit sich bringt und nicht, wie oft aus dem Genre, mehr einem Kammerspiel ähnelt. Schöne, gruselige und schaurige Elemente, besonders die, wenn der Protagonist Dinge hört und auch wahrnimmt, die sein Gesprächsteilnehmer nicht wahrnimmt. Dieses Spiel zwischen den Gedanken, ob der Protagonist halluziniert oder doch zu ihm gesprochen wird, ist sehr gut umgesetzt, was aber bei dem Staraufgebot der Hörspiel- und Synchronsprechern nicht verwundert, denn hier geben sich nahezu alle Sprecher das Mikrofon in die Hand, die zum Ensemble von Titania Medien gehören. Ganz klar dabei ist Dagmar von Kurmin, Reinhilt Schneider, Horst Naumann, Louis Friedemann Thiele, Tom Raczko, Jean Paul Baeck, Sascha von Zambelly, Johannes Raspe und Bodo Primus als Erzähler, sowie Max Schautzer, der einen Gastauftritt hat. 
Das ist zwar gut, dass ein Hörspiel mit so vielen Handlungen und Locations, professionelle Sprecher hat, die auch alle eine fantastische Leistung zu dem Hörspiel beitragen, dass es ein wirklich tolles und gelungenes Hörspiel ist; doch jetzt kommt ein kleines 'Aber' mal von mir, denn... ja wie erkläre ich es am besten? Es sind tolle, hockarätige Sprecher... aber da diese immer wieder in den Hörspielen, besonders als Protagonisten auftreten, kommt natürlich auch eine gewisse Routine in die Aussprache so zB bei den Verwunderungen oder die ängstlich klingende Stimme, so dass sich bei mir als Hörer der Gedanke aufdrängt, dass genau die exakte Tonlage schon zwei oder drei Hörspiele bereits gab und ich mir manchmal wünsche, Marc und Stephan würden an dem Ensemble Karussell mal wieder drehen, dass nicht immer die gleichen Sprecher zu oft nacheinander in Hörspielen vorkommen, auch wenn deren Leistungen zweifelsohne sehr gut sind, aber mal vielleicht mal auch ein paar Newcomern die Chance geben, dass wieder ein ein paar neue Stimmen einfliessen lassen.

Trotz allem war ich begeistert von dem Hörspiel, hatte großen Spaß beim zuhören und die Umsetzung hat mich abgeholt und mitgenommen, mich auch, je weiter das Hörspiel lief, auch gut gegruselt hat. Anfänglich auch schmunzeln liess, wenn die feine Gesellschaft über den Mr. Karswell reden und dann ein eingespielter Rückblick kommt, wo eben jener Mr. Karsell eine Kindergruppe führt, engesprochen von Horst Naumann, diese eben mit allerlei Darbietungen aus seinem Kuriositätenkabinett die lieben Kinderlein schockiert, die er obendrein nicht ab kann, ein richtiger Kinderfeind und Misanthrop und die Kinder eben dann im Kollektiv schreien. Da diese aber mehrmals in der Szenerie gruselige Dinge gezeigt und erzählt bekommen, ist das Geschrei immer gleich. Ich fand es dennoch lustig, ebenso wie die Aussage an Reinhilt Schneider, nachfolgende Post, kann sie direkt in die 'Ablage P.' entsorgen. Mal recherchieren, ob man so 1911 im viktorianischen UK gesprochen hat... kleiner Scherz... aber das sind so die kleinen Fehler, die aber auch, wie ich finde, einen Hauch von Selbstironie geben.
Und ebenso wie bei vielen anderen Geschichten von M.R. James, hat auch "Runenzauber" ein loses Ende und kein Happy-End.

Eine richtig schöne, spannende Geistergeschichte, die alle Hörspielliebahber zum Herbst einladen, mal für eine unterhaltsame Stunde den Alltag zu vergessen.





Hörprobe: Runenzauber